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Der „Nationale Dialog“ in Nicaragua hat am Mittwoch begonnen Der „Nationale Dialog“ in Nicaragua hat am Mittwoch begonnen 

Nicaragua: „Nationaler Dialog“ wurde aufgenommen

Nach Monaten der Gewalt haben die Regierung Nicaraguas und das Oppositionsbündnis Alianza Cívica (Bürgerallianz) am Mittwoch einen „Nationalen Dialog“ aufgenommen. Auch Vertreter der Kirche nehmen an den Gesprächen teil. Der für seine regierungskritische Haltung bekannte Bischof von Matagalpa, Rolando José Álvarez, fehlte aber beim ersten Treffen, meldet die katholische Nachrichtenagentur Sir.

Nachdem sich die Bischöfe Nicaraguas mehrfach für einen „Nationalen Dialog“ in dem krisengebeutelten mittelamerikanische Land stark gemacht hatten, kamen an diesem Mittwoch Vertreter der Ortega-Regierung und des Oppositionsbündnisess Alianza Cívica (Bürgerallianz) zu einer ersten Runde zusammen.

Anwesend bei den Gesprächen ist auch Kardinal Leopoldo Brenes, der noch Anfang der Woche mit Papst Franziskus über die Dialoginitiative gesprochen hat. Der Apostolische Nuntius in Nicaragua, Erzbischof Stanislaw Sommertag, überbrachte ein Grußwort des Papstes, in dem er bekräftigte, dass es „nie zu spät für Vergebung und Versöhnung ist“. Als Vertreter des Heiligen Stuhls las der Apostolische Nuntius einen Gruß und ein Gebet des Papstes vor, „damit die offenen Fragen mit Verantwortungsbewusstsein zum Wohle aller gelöst werden können“.

Ein demütiger und aufrichtiger Dialog kann den Frieden fördern

Der Nuntius verwies auf die Worte, die Papst Franziskus in einem Brief im Mai letzten Jahres an Präsident Daniel Ortega richtete: „Ein bescheidener und aufrichtiger Dialog ist ein guter Weg, um den Frieden zu fördern und gerechte Lösungen für soziale und politische Probleme zu finden“.

„In diesem Moment“, so die Mitteilung des Papstes, „ist es besonders notwendig, an die Verantwortung der verschiedenen Bereiche der Gesellschaft zu appellieren, jede Form von Gewalt abzulehnen, die nur dazu beiträgt, die Spaltung und das Leiden, insbesondere der Armen und Schwächsten, zu verstärken“.

Er begleite mit seinen Gebeten die Bemühungen aller gesellschaftlichen Bereiche, die auf die Suche nach Verständnis und Gemeinwohl ausgerichtet sind, so die Mitteilung weiter: „Es ist nie zu spät für Vergebung und Versöhnung. Ich bete, dass Wege der Gerechtigkeit, des Dialogs und des Friedens gefunden werden, die dazu führen, in einer Atmosphäre der Harmonie und des Respekts für das Leben jedes einzelnen Nicaraguaners zu leben, und dass die offenen Fragen friedlich und verantwortungsbewusst gelöst werden können“, betont der Papst.

Eine historische Chance zum Wohle Nicaraguas

Der Nuntius unterstrich, dass dieses erneute Treffen eine Gelegenheit für eine tief greifende Betrachtung über die aktuelle soziale, politische und wirtschaftliche Situation des Landes sei – bei der auch die Verantwortung jedes Einzelnen im Auge zu behalten sei. „Ich persönlich hoffe sehr, ich vertraue sehr darauf, dass die Vaterlandsliebe bei dieser Gelegenheit Gesten des Friedens und der Versöhnung von Ihnen allen hervorbringen wird. Ich bin mir auch sicher, dass dieser neue Dialog dazu beitragen wird, die Türen von Gewissen und Herzen zu öffnen, nicht nur um zu verstehen, sondern auch um konkret zum Wohle aller zu handeln“, so der Nuntius.

Das Programm des Treffens

In einer Pressekonferenz hatte der Apostolische Nuntius das Programm für die Begegnung bekannt gegeben, die am Freitag enden soll. Insbesondere teilte er mit, dass während der Sitzung am Mittwoch ein Plan erstellt wurde, um das Gelingen der Verhandlungen zu gewährleisten. Aus dem ursprünglichen Vorschlag in zwölf Punkten wurden seinen Angaben nach neun Punkte gemeinsam verabschiedet.

Nicaragua im Herzen der Kirche

Der Erzbischof der Hauptstadt, Kardinal Leopoldo Brenes, berichtete während seiner Rede auf dem Campus des INCA-Instituts in Managua von seinem mehr als halbstündigen Gespräch, das er noch am Montag mit dem Papst im Vatikan geführt hatte. „Der Heilige Vater ermutigte uns, alle Anstrengungen zu unternehmen, um Konflikte zu lösen“, so Brenes. Franziskus hätte ihm gegenüber wiederholt, dass die Bischöfe eine „Brücke“ darstellen müssten, und „das ist es, was wir sein wollen: Sie hier in diesen Arbeitssitzungen zu begleiten“, betonte der Kardinal, der sich von Anfang der Krise an für einen Dialog mit der Regierung eingesetzt hatte.

Tiefe politische Krise

Schon seit April letzten Jahres steckt Nicaragua in einer tiefen politischen Krise: Bei landesweiten Protesten gegen die Ortega-Regierung kamen bisher rund 500 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Die Bischöfe Nicaraguas hatten der Regierung immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Ziel des „Nationalen Dialoges“ ist es unter anderem, die Freilassung politischer Gefangener zu erwirken und das Demonstrationsrecht im Land wiederherzustellen. 

(sir/vatican news – rl)

28 Februar 2019, 12:47