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Das russisch-orthodoxe Nikolsky-Kloster Das russisch-orthodoxe Nikolsky-Kloster   (AFP or licensors)

Russland: Ukraine-Frage auch auf dem Athos angekommen

Der Besuch eines Bischofs der vor Kurzem anerkannten ukrainisch-orthodoxen Kirche spaltet auch die orthodoxe Mönchsrepublik auf dem heiligen Berg Athos. Metropolit Hilarion Alfejew, Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, ruft dazu auf, in dieser Sache klar Stellung zu beziehen.

Am vergangenen Freitag hat erstmals ein Bischof der anerkannten autokephalen Kirche der Ukraine in einem Kloster auf dem Berg Athos, dem spirituellen Zentrum der Orthodoxie, die Göttliche Liturgie gefeiert. Bischof Pavel Juristyj der Diözese Odessa stand dem eucharistischen Ritus vor, der im Kloster „Pantokratoros“ gefeiert wurde. Es ist eines der wenigen Klöster auf dem heiligen Berg, das der Einladung von Patriarch Bartholomaios gefolgt war und am 3. Februar letzten Jahres eine offizielle Delegation zur Amtseinführung von Metropolit Epifanij nach Kiew geschickt hatte.

Berg Athos: Säule der kirchlichen Wahrheit

Die anderen Athos-Klöster haben kundgetan, dass sie ihre Tore nicht öffnen würden, sollte der Metropolit der neugegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine auf den Athos pilgern.

Nun hat Metropolit Hilarion Alfejew, der alle Kiew-treuen Mönche als „Schismatiker“ verurteilt hat, dazu aufgerufen, Stellung zu beziehen. „Es ist eine dringende Entscheidung für die gesamte Mönchsrepublik und für jede Gemeinschaft des Berges Athos“, warnte der Metropolit in einer Erklärung des orthodoxen Portals Iisus. Schließlich sei der Berg „für Millionen orthodoxer Gläubiger nach wie vor eine Säule der kirchlichen Wahrheit.“

Auf Anweisung Hilarions wies der russische Archimandrit Evlogij Bischof Pavel ab, als dieser am Samstag nach dem Pantokratoros-Kloster auch das Kloster des heiligen Pantaleon - auch Rossikon („russisches Kloster“) genannt - besuchen wollte. Trotz seiner engen Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche (im 19. Jahrhundert unterstand das Kloster den Zaren von Moskau) untersteht es heute der Autorität Konstantinopels. Die Gemeinschaft besteht aus mehr als 50 Mönchen, hauptsächlich Russen und Ukrainer.

Bisher haben vier Klöster den Besuch des Bischofs von Odessa akzeptiert. Patriarch Bartholomaios hat die Gemeinschaften des Athos inzwischen aufgefordert, die Vertreter der autokephalen Kirche von Kiew zu empfangen. In dem prestigeträchtigen Kloster Simonos Petras wurde den Ukrainern zwar erlaubt, die Reliquien des heiligen Einsiedlers Simon zu verehren, nicht aber die Liturgie zu feiern.

Die „Heilige Zusammenkunft“ soll Klärung bringen...

Es wird erwartet, dass die „Hiera Koinotis“ (Heilige Zusammenkunft), in der alle 20 Großklöster des Athos vertreten sind, in den kommenden Tagen einberufen werden wird, um über die „Ukrainische Frage“ zu befinden

Hintergrund

Die „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ ist eine autokephale orthodoxe Kirche in der Ukraine. Entstanden ist sie 2018 durch die Ankerkennung der zuvor nicht kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats und der ebenfalls nicht kanonischen ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche. Diese neue orthodoxe Kirche der Ukraine unterstand zunächst dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, bis der Ökumenische Patriarch sie am 6. Januar 2019 für eigenständig erklärte.

(asia news/vatican news - skr)

12 Februar 2019, 16:06