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Treffen von Regime-Anhängern in Caracas Treffen von Regime-Anhängern in Caracas  (ANSA)

Venezuelas Bischöfe: „Regierung ist illegitim“

Die Bischöfe äußern starke Zweifel an der Legitimität von Präsident Nicolas Maduro und seiner Regierung.

Vor der Vollversammlung der Bischofskonferenz wies ihr Vorsitzender, Erzbischof José Luis Azuaje Ayala, am Montag darauf hin, dass Maduro am Donnerstag seinen Amtseid für ein zweites, sechsjähriges Mandat als erster Mann im Staat leisten soll.

„Starke Zweifel machen sich an diesem Amtseid fest“, sagte der Erzbischof wörtlich. „Ist er legitim? Oder ist er illegitim? Die Geschichte wird eines Tages ihr Urteil über diese zweifelhaften Wahlen fällen.“

„Tiefe Krise des Landes in allen Bereichen“

Das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 20. Mai des letzten Jahres wird von Venezuelas Opposition, der EU, den USA, Kanada und zwölf Ländern Lateinamerikas angezweifelt. Maduro wird seinen Eid vor dem Obersten Wahlgericht leisten, nicht vor dem Parlament. Dieses wird von der Opposition dominiert, wurde aber vom Regime weitgehend entmachtet.

Erzbischof Azuaje Ayala beklagte in seiner Rede „eine tiefe Krise des Landes in allen Bereichen“ und die Uneinsichtigkeit einer Regierung, die Venezuela in einen „menschlichen und sozialen Niedergang“ geführt habe und dadurch „illegitim und moralisch inakzeptabel“ geworden sei.

Bischöfe setzen auf stärkere Rolle des Parlaments

Das Parlament sei aus der Sicht der Bischöfe „das einzige noch existierende demokratische Organ“ im Land. Es müsse dringend „das Vertrauen der Venezolaner zur Politik wiederbeleben“ und in die Suche nach „demokratischen Lösungen“ für Venezuelas Probleme einbezogen werden.

Beredt schilderte der Vorsitzende der Bischofskonferenz die Leiden im heruntergewirtschafteten Land, das immer mehr in ein autoritäres System und die außenpolitische Isolation abgleitet. Das „soziale Gewebe“ sei „zerrissen”, die Menschen seien in politischer Hinsicht „wie Schafe, die keinen Hirten haben und kein gemeinsames Projekt“.

(vatican news – sk)

08 Januar 2019, 11:55