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Weihbischof Fernando Ramos beim Papst Weihbischof Fernando Ramos beim Papst  (ANSA)

Vatikan/Chile: Papst erteilte den Bischöfen Ratschläge

Papst Franziskus hat den chilenischen Bischöfen mit Blick auf die Missbrauchskrise in ihrem Land Ratschläge erteilt. Eine „interessante Stunde eines sehr brüderlichen Dialogs“ sei es gewesen, berichtete uns Fernando Ramos Pérez, Weihbischof von Santiago, nach der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt vom Montag.

Gudrun Sailer und Griselda Mutual - Vatikanstadt

Ramos ist Generalsekretär der schwer angeschlagenen chilenischen Bischofskonferenz, die im vergangenen Mai nach einer Begegnung mit dem Papst diesem geschlossen ihren Rücktritt angeboten hatte, ein Akt ohne Präzedenzfälle in der Kirchengeschichte. Franziskus hat inzwischen sieben von gut 30 Bischöfen abberufen. Ramos wird auch anstelle des Vorsitzenden der Bischofskonferenz am Kinderschutzgipfel teilnehmen, den der Papst für Februar einberufen hat.

„Acht Monate sind seit unserer letzten Begegnung vergangen, es folgte eine Reihe von Ereignissen in Chiles Kirche, da schien es uns wichtig, das alles Revue passieren zu lassen und zu besprechen, was das für die Kirche bedeutet, wo wir in dem Prozess stehen und wie wir in die Zukunft sehen“, sagte Ramos. Man habe dem Papst die Vorhaben der Bischofskonferenz präsentiert, es sei „ein sehr fruchtbarer Dialog“ gewesen.

2020 Kirchenversammlung in Chile

Was genau die chilenischen Bischöfe planen, darüber sprach Ramos in unserem Interview nicht ausdrücklich. Er erwähnte aber, dass für 2020 eine Kirchenversammlung über die pastorale Neuausrichtung der katholischen Kirche in Chile stattfinden werde.

Der Papst habe viele Ratschläge erteilt, die sich auf seine pastorale Erfahrung gründeten, erklärte der Weihbischof. Besonderen Wert gelegt habe er auf „den Erhalt der kirchlichen Einheit in Chile, auf den Dialog zwischen den verschiedenen Menschen, die das Volk Gottes sind, und darauf, wie wichtig es ist, das Volk Gottes in allen seinen Dimensionen anzuerkennen“.

Verhaltenskodex für Priester

Ramos bestätigte auch, dass die chilenische Kirche an einem Verhaltenskodex für Priester arbeitet. Die Bischöfe wollen das Dokument bei der nächsten Vollversammlung im April oder Mail besprechen und danach veröffentlichen.

Im Januar 2018 hatte Franziskus bei seinem Besuch in Chile Bischof Juan Barros öffentlich in Schutz genommen, der den wegen Missbrauchs verurteilten ehemaligen Priesterausbilder Fernando Karadima gedeckt haben soll. Davon rückte Franziskus später wieder ab. Im April 2018 äußerte er „Scham und Schmerz“ über das Leid der Missbrauchsopfer. Der verfehlte Umgang mit den Missbrauchsfällen hat zu einem massiven Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber den Priestern und Bischöfen geführt.

(vatican news – gs)

15 Januar 2019, 15:08