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Kardinal Donald Wuerl Kardinal Donald Wuerl  (AFP or licensors)

USA: Wuerl wusste früher von Vorwürfen gegen McCarrick

US-Kardinal Donald Wuerl wusste offenbar sehr viel früher von den Missbrauchsvorwürfen gegen Ex-Kardinal Theodore McCarrick, als er öffentlich eingeräumt hatte.

Die Erzdiözese Washington und das Bistum Pittsburgh, wo Wuerl tätig war, bestätigten am Donnerstagabend entsprechende Recherchen der „Washington Post“. Demnach meldete Wuerl bereits 2004 Missbrauchsvorwürfe gegen den prominenten Kardinal an den Vatikan.

Ein Betroffener, der für seine Behandlung durch McCarrick entschädigt wurde, hatte die Zeitung auf ein Dokument hingewiesen, dass der Diözese Pittsburgh vorliegt und das Wissen Wuerls beweist. Eine Grand Jury des Bundesstaats Pennsylvania hatte der Diözese in Pittsburgh im vergangenen Jahr vorgehalten, auch während der Amtszeit Wuerls nicht genügend getan zu haben, Missbrauchsfälle aufzuarbeiten und betroffene Geistliche aus dem Amt zu entfernen.

“ Nichts davon gehört ”

Wuerl hatte vor seinem Rückzug in den Ruhestand im vergangenen Herbst wiederholt bestritten, etwas von Vorwürfen gegen seinen Vorgänger in Washington, Theodore McCarrick (88), gewusst zu haben. Mit Blick auf die Missbrauchsvorwürfe gegen den prominenten Kardinal hatte der 78-Jährige in einer Stellungnahme erklärt, „in meinen Jahren hier in Washington und selbst davor, nichts davon gehört zu haben“.

Der Fall McCarrick stürzte die katholische US-Kirche in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise, die durch die Enthüllungen nun weiter vertieft wird. Papst Franziskus hat Theodore McCarrick Ende Juli 2018 aus dem Kardinalsstand entlassen. Seither lebt er zurückgezogen in einem Kapuzinerkloster im US-Bundesstaat Kansas. Zuvor war ihm Missbrauch von Minderjährigen in den 1970er Jahren vorgeworfen worden.

Opus-Dei-Priester war trotz sexueller Verfehlungen weiter im Amt

Derweil hat die Erzdözese Chicago eingeräumt, einen wegen sexueller Verfehlungen überführten prominenten Opus-Dei-Priester über Jahre im Amt belassen zu haben. John McCloskey sei nie offiziell vom Dienst suspendiert worden, erklärte die Erzdiözese am Donnerstag.

Eine Frau hatte sich 2002 an Opus Dei gewandt und McCloskey schwer belastet. Der Priester am katholischen Informationszentrum von Washington habe sich ihr sexuell genähert. Die Vorwürfe wurden als glaubwürdig eingestuft und 2015 eine Entschädigungszahlung in Höhe von fast einer Millionen Dollar vereinbart.

Gleichzeitig versprach das Opus Dei, den Geistlichen daran zu hindern, jemals wieder anderen zu schaden. Tatsächlich ging er nach Chicago und blieb dort als Priester tätig.

McCloskey leidet heute in fortgeschrittenem Stadium unter Alzheimer. Er wurde in den USA bekannt, weil er mehrere Personen des öffentlichen Lebens dazu bewegt hatte, zum Katholizismus zu konvertieren - unter anderen den republikanischen Politiker Newt Gingrich.

(kna – sk)
 

11 Januar 2019, 10:49