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Sonnenuntergang am Ohrid-See in Mazedonien Sonnenuntergang am Ohrid-See in Mazedonien  (ANSA)

Mazedonien: „Das Land gehört zu Europa“

Wenn der Papst Anfang Mai nach Mazedonien reist, könnte er ein Land besuchen, der offiziell anders als bisher genannt wird. Seit Monaten bemühen sich die Regierungen in Skopje und in Athen im benachbarten Griechenland um eine Lösung des Namensstreits. In Mazedonien gelten die Katholiken als Brückenbauer, wie uns der katholische Priester Goce Kostov sagt.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Goce Kostov ist ein griechisch-katholischer Geistlicher und wird sich in den kommenden Monaten um die Logistik der Reise des Papstes in sein Heimatland kümmern. Die Zahl der Katholiken entspricht denen etwa in skandinavischen Ländern, sie liegt unter der Ein-Prozent-Marke. Das ganze Land hat knapp zwei Millionen Einwohner, also weniger als die Stadt Rom. Doch wenn der Bischof von Rom nach Skopje reist, werde er eine „aktive Gemeinde“ vorfinden, versichert Kostov im Gespräch mit Vatican News.

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Schwieriges Verhältnis zu Griechenland

Bei dem Namensstreit geht es in erster Linie um das Verhältnis mit Griechenland. Die Griechen pochen seit Jahren darauf, dass das nördliche Nachbarland nicht den Namen Mazedonien verwenden dürfe, da es aus ihrer Sicht das „historische“ Mazedonien von Alexander dem Großen einzig den Griechen gehöre. Dazu Kostov:

„Das Verhältnis zu den Nachbarländern war bisher immer spannungsreich. Aber die Hauptsache ist, dass der Friede hält. Das ist das wichtigste. Alle Regierungen bemühen sich, dies zu erfüllen. Die katholische Kirche in Mazedonien ist zwar eine kleine Gemeinschaft, aber sie ist sehr lebendig. Sie führt eine gute Seelsorge, und das wird vom gesamten Volk anerkannt. Die Kirche genießt hier eine große Autorität. Das ist für die Kirche sehr wichtig. Sie ist auch sehr stolz darauf, dass Mutter Theresa im mazedonischen Skopje geboren wurde. Das ist ja vielleicht einer der vielen Gründen, weshalb der Papst nach Mazedonien kommen will.“

Im griechischen Parlament hat derweil an diesem Mittwoch die entscheidende Debatte über das Abkommen zur Beilegung des Namensstreits zwischen Griechenland und Mazedonien begonnen. Das Votum zur Billigung des Abkommens soll am Donnerstagabend erfolgen. Dies teilte das Parlamentspräsidium in Athen am Mittwoch mit. Das Parlament in Skopje hat das Abkommen bereits gebilligt.

„Mazedonien fühlt sich als ein europäisches Land und Mazedonien gehört zu Europa. In Mazedonien gibt es eine europäische Kultur“, betont der griechisch-katholische Geistliche.

Herausforderung wegen der Flüchtlingskrise

Nun wird er sich aber vor allem um die Einzelheiten der Papstreise kümmern müssen. Doch die Katholiken hatten in den vergangenen Wochen und Monaten auch mit anderen Krisen zu tun, die ganz Westeuropa betraf und weiterhin betrifft: die Flüchtlingskrise auf der Balkanroute.

„Das Motto des Besuches lautet: Hab keine Angst, kleine Herde! Die Katholiken in Mazedonien erhoffen sich eine Stärkung in ihrem Glauben und die Nähe der Weltkirche. Die Flüchtlingskrise ist sehr anstrengend für die katholische Kirche. Doch ich denke, dass die katholische Kirche bei uns gut darauf geantwortet hat. Das verdanken wir der Caritas, die vor Ort in den Flüchtlingslagern tätig war. Sie hat mit dem mazedonischen Roten Kreuz sehr viel geholfen. Wir haben beispielsweise eine Küche betrieben für die Flüchtlinge. Auch heute noch ist die mazedonische Caritas in diesem Bereich aktiv. Sie unterstützt derzeit ein kleines Flüchtlingslager an der Grenze zu Serbien.“

(vatican news)

23 Januar 2019, 11:37