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Laurent Gbagbo vor Gericht in Den Haag Laurent Gbagbo vor Gericht in Den Haag  (ANSA)

Elfenbeinküste: Gbagbo trotz Freispruch weiter in Haft

Der Internationale Strafgerichtshof setzt die Freilassung von Ex-Präsident Laurent Gbagbo aus. Der Staatsanwalt hat am Mittwochabend eine zweite Berufung eingelegt, über die die Richter entscheiden müssen. Gleichzeitig bereitet sich die Elfenbeinküste darauf vor, ihren ehemaligen Präsidenten wieder in Empfang zu nehmen.

Laurent Gbagbo und Charles Blé Goudé werden noch etwas länger auf ihre Freiheit warten müssen. Nach einem überraschenden Freispruch am Dienstag setzte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag am Mittwochabend die Freilassung des ehemaligen ivorischen Präsidenten und seines Ministers aus. Der 73-jährige Ex-Staatschef der Elfenbeinküste wurde im April 2011 verhaftet, nachdem er den Sieg von Alassane Ouattara bei den Präsidentschaftswahlen Ende 2010 nicht anerkannt hatte. Französische Truppen hatten zusammen mit denen der UN-Mission damals den Präsidentenpalast angegriffen und damit monatelange politische und institutionelle Blockaden beendet. In dem Konflikt waren rund 3.000 Menschen getötet worden. Gbagbo war wegen vierfacher Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt: Mord, Vergewaltigung, Verfolgung und andere unmenschliche Handlungen.

Versöhnung sei Mission der Kirche, erklärte am Tag des Freispruchs, anlässlich der 111. Vollversammlung der Bischöfe in Man, Ignace Bessi Dogbo. Er ist Bischof von Katiola und Präsident der Bischofskonferenz der Elfenbeinküste. Die Kirche werde mit Blick auf die für 2020 vorgesehenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aktiv im Dienst der Gemeinschaft und Versöhnung stehen, so der Oberhirte in seiner Ansprache.

(fides/diverse - ck)

17 Januar 2019, 10:52