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Santiago Abascal, Chef der rechten Partei Vox, am Mikrofon Santiago Abascal, Chef der rechten Partei Vox, am Mikrofon  (AFP or licensors)

Spaniens Bischöfe besorgt nach Wahl in Andalusien

Die katholischen Bischöfe Spaniens sind beunruhigt wegen des jüngsten Erfolgs der rechtspopulistischen Partei Vox bei der Regionalwahl in Andalusien. „Das Auftreten von Vox erfüllt mich mit Sorge", sagte Luis Argüello, Sprecher der Spanischen Bischofskonferenz, am Wochenende dem Radiosender RNE.

Vor allem die radikalen migrationspolitischen Forderungen der neu in Erscheinung getretenen politischen Kraft seien bedenklich. Einwanderung müsse zwar reguliert werden, aber immer unter Achtung der Menschenwürde, betonte der Priester. Zugleich warnte er davor, Vox-Angehörige einfach als Faschisten zu schmähen. Die Partei vertrete auch einige legitime Forderungen.


Bischof von Cordoba war „erfreut"


Die Worte der Bischofskonferenz folgen auf eine Stellungnahme des Bischofs von Cordoba, der mit seinem Fazit zur Andalusien-Wahl Irritationen ausgelöst hatte. Ohne Vox beim Namen zu nennen, äußerte sich Demetrio Fernandez „erfreut" über den Ausgang des Urnengangs, bei dem die regierenden Sozialisten (PSOE) abgewählt wurden. Dank dieses „spektakulären" Resultats sei Andalusien zum „Vorreiter eines sozialen Wandels" geworden, auf den viele in Spanien warteten, so der Bischof.

Vox ist die erste rechtsradikale Partei in einem spanischen Parlament. Am 2. Dezember war sie überraschend mit einem zweistelligen Ergebnis ins Parlament von Andalusien eingezogen. Es ist das erste Mal seit Ende der Franco-Diktatur vor gut 40 Jahren, dass einer Rechtsaußen-Partei in Spanien ein derartiger Erfolg gelang. Beobachter gehen davon aus, dass die Migrationspolitik der sozialistischen Regierung in Madrid und der Zustrom von Migranten in Südspanien zu dem Wahlergebnis beigetragen haben. Knapp 60.000 Afrikaner waren bis November in andalusischen Häfen an Land gegangen, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Vox ist die erste rechtsradikale Partei in einem spanischen Parlament

Andalusien ist mit 8,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Region Spaniens. Seit 1982 regiert dort ununterbrochen die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE). Diesmal erlitten die Sozialisten in ihrer Hochburg Andalusien ein Wahldebakel. Sie fielen auf 30 Prozent der Stimmen und kämen auch zusammen mit anderen Linksparteien nicht auf eine Mehrheit im Regionalparlament.

Die Wahl in Andalusien galt als Stimmungstest für den seit rund einem halben Jahr in Madrid regierenden Pedro Sanchéz von der PSOE. Sie bildete den Auftakt zu einer Reihe weiterer Wahlen.

(kna/afp – gs)

08 Dezember 2018, 17:34