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Dieudonné Nzapalainga, Kardinal-Erzbischof von Bangui, Zentralafrika Dieudonné Nzapalainga, Kardinal-Erzbischof von Bangui, Zentralafrika  (ANSA)

Kardinal Nzapalainga: Zentralafrika trauert

Das Massaker von Alindao hat viele Menschen im Land traumatisiert. Das berichtet Kardinal Dieudonné Nzapalainga, Erzbischof von Bangui, nach einem Besuch in der Stadt. Diesen Montag äußerte sich der Kardinal dazu in einer Pressekonferenz in Bangui.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Imam von Bangui, Oumar Kobine Layama, forderte der Kardinal mehr Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für die Gewalt, die das Land erschüttert. Sechzig Personen seien bei dem Angriff früherer Séléka-Rebellen in Alidao brutal ermordet worden. 

„Nach diesem Massaker an Zivilisten in Alidao sprechen wir von großen Verlusten, vor allem in der Zivilbevölkerung. Wir als Kirche sind ebenfalls betroffen: Auch zwei Priester mussten ihr Leben lassen.“

27.000 Personen haben ihren Heimatort aufgrund des Massakers verlassen müssen. Eine humanitäre Katastrophe zeichnet sich ab; Kinder trinken verseuchtes Wasser. Es handle sich um ein schreckliches Versagen der Regierung und der internationalen Gemeinschaft, stellt Nzapalainga fest. Viele Vertriebene flüchteten sich zu den Priestern, die jedoch nicht über ausreichende Mittel verfügten, um den Verzweifelten zu helfen. 

„Die Armen und die Kleinen haben auch Rechte!“

„Die Armen und die Kleinen haben auch Rechte! Ihr Leben muss respektiert werden. Das möchte ich ganz deutlich machen. Wir hoffen hier, dass die internationale Gemeinschaft ihre Projekte im Land fortsetzt. Hier sind friedenssichernde Maßnahmen notwendig. Wir müssen als Brüder gesehen werden.“

Die humanitäre Lage sei äußerst kritisch, es mangle an Wasser und Nahrung. Den 2. Dezember erklärte der Kardinal zu einem Tag der Trauer und des Gebets für die Opfer des Massakers von Alindao:

„Ich möchte festhalten, dass es sich hier um einige Gruppen handelt, die die gesamte Gesellschaft in Geiselhaft halten. Ich komme gerade aus Alindao. Dort wollen die Leute nur ihr Land bebauen, sie wollen schlafen und leben. Bewaffnete Gruppen hindern sie daran.”

(vatican news – hoe)

 

27 November 2018, 10:11