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Bischof Victor Ochoa (Mitte) von Cúcuta Bischof Victor Ochoa (Mitte) von Cúcuta  (AFP or licensors)

Venezuela: Kolumbianischer Bischof weist auf Flüchtlingsdrama hin

Die kolumbianische Ortschaft Cúcuta ist ein Zeichen der Hoffnung für diejenigen, die vor der Verzweiflung fliehen. Das sagt der Ortsbischof im Gespräch mit Vatican News. Beredt erzählt er von der Not der Menschen, die aus Venezuela nach Kolumbien flüchten.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Cúcuta sei für all jene, die an den Frieden glaubten und für diejenigen, die die Plage der Drogen bekämpften, ein Hoffnungsschimmer. Der Grenzort zu Venezuela nimmt täglich Tausende von Flüchtlingen aus dem Krisenland auf, so Bischof Victor Ochoa.

 

„Wir haben ein humanitäres Drama an der Grenze von Cúcuta mit dem Brudervolk von Venezuela. Täglich kommen mindestens 45.000 Menschen nach Cúcuta! Wir hatten an einem Tag Spitzenwerte von 70.000 Menschen, von denen etwa 5.000 in Kolumbien verblieben sind.“ Diejenigen, die kämen, seien hauptsächlich wegen Lebensmittelknappheit in ihrer Heimat, aber auch wegen der Abwertung der venezolanischen Währung geflüchtet. In Europa bezeichne man sie als „Wirtschaftsmigranten“. Doch wenn man nichts habe, dann sei das mindestens so schlimm, wie wenn man körperlich verfolgt werde, gibt der Bischof zu bedenken.

Venezolaner kommen auch nur für drei Tage

„Viele arbeiten zwei oder drei Tage lang in Cúcuta, erledigen einen kleinen Job, betteln um Almosen, leben an der Staatsgrenze selbst, um etwas nach Venezuela zu bringen. Andere kommen auf die Suche nach Medikamenten und medizinischer Versorgung, andere auf die Suche nach lebensnotwendigen Material, wie einem Motor für den Kühlschrank oder für eine Waschmaschine. Wiederum andere suchen ein Ersatzteil für ein medizinisches oder zahnärztliches Pflegegerät oder für Einrichtungsgegenstände. Das kann schlicht und einfach Glas oder Isolierungsmaterial sein, die in Venezuela nicht erhältlich sind, und deshalb kommen sie nach Cúcuta. Deshalb ist es so, dass auch viele wieder zurückkehren.“

Cúcuta sei jetzt auf einmal ein Geschenk Gottes. Viele Kaufleute in dem Ort schenkten den Pfarreien Material oder unterstützten sie finanziell. „Eine Reisgenossenschaft gibt uns jeden Tag Reis, das sind zehn 60-Kilogramm-Pakete Reis pro Tag, also 600 Kilogramm Reis zum Kochen! Wir haben auch Spenden von großen Organisationen, der UNHCR und das Welternährungsprogramm geben uns ungekochtes Essen, das wir mit Freiwilligen dann kochen. Wir haben 500 Freiwillige aus katholischen Gruppen und Pfarreien, die sich um die Versorgung kümmern.“

(vatican news)

29 November 2018, 11:47