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Die Lebensbedingungen für Kinder in Städten werden weltweit immer härter Die Lebensbedingungen für Kinder in Städten werden weltweit immer härter  (AFP or licensors)

UNICEF: Warnung vor hoher Kindersterblichkeit in Städten

Die Lebensbedingungen für Kinder aus armen sozialen Schichten sind in Städten besonders hart und die Überlebenschancen geringer als für Kinder auf dem Land. Das schreibt ein neuer UNICEF-Bericht mit dem Titel „Vorteil oder Paradoxon: Die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche, die in städtischen Gebieten aufwachsen“.

Jedes vierte Kind in städtischen Gebieten stirbt mit einer größeren Wahrscheinlichkeit, bevor es das Alter von fünf Jahren erreicht hat, als jedes ärmere Kind in ländlichen Gebieten. 13,4 Millionen arme Kinder, die in Städten leben, besuchen weniger häufig die Grundschule als ihre Altersgenossen in ländlichen Gebieten.

Urbanes Paradox

Bis zum Jahr 2030 werden sieben der zehn größten Städte der Welt in Asien liegen. Die städtische Bevölkerung Afrikas wächst mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,7% am schnellsten. Der Bericht analysiert 10 Indikatoren für das Wohlergehen von Kindern in 77 Ländern, hauptsächlich in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Er schätzt, dass bis zu einer Milliarde Menschen in Slums leben. Hunderte Millionen davon sind Kinder.

Der Bericht macht damit deutlich, dass bei weitem nicht alle Kinder in den Städten vom so genannten „city living advantage“ profitieren. Unter „city living advantage“ ist die Idee zu verstehen, dass höhere Löhne, bessere Infrastruktur und die Nähe zu Dienstleistungen ein besseres Leben für die Menschen in den Städten gewährleisten. Im Gegenteil, Ungleichheiten, Ausgrenzung und Wohlfahrtsprobleme, wie Umwelt- und Gesundheitsrisiken, in den Städten können zusammen zu einem „urbanen Paradoxon“ führen, bei dem viele Stadtbewohner - auch Kinder - stärker benachteiligt werden als ihre Altersgenossen in ländlichen Gebieten.

Innovative Wege sind gefragt

„Für Eltern, die in ländlichen Gebieten leben, scheinen die Gründe für die Migration in Städte auf den ersten Blick offensichtlich zu sein: ein besserer Zugang zu Beschäftigung, Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder“, sagte Laurence Chandy, UNICEF-Direktorin für Daten, Forschung und Politik. „Aber nicht alle Kinder, die in Städten leben, profitieren gleichermaßen. Wir haben Beweise dafür, dass Millionen von Kindern in städtischen Gebieten unter schlechteren Bedingungen leben als ihre Altersgenossen in ländlichen Gebieten.“

Kinder sollten im Mittelpunkt der Stadtplanung stehen, aber in vielen Städten würden sie vergessen. Millionen von Kindern seien von den Sozialdiensten in Slums und informellen Siedlungen abgeschnitten und Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch Überbelegung ausgesetzt, so Chandy: „Die Umsetzung von Lösungen für die Stadtentwicklung und -planung ist unerlässlich, um diese sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten zu beseitigen.“ Notwendig seien dringend innovative Wege zur Unterstützung der städtischen Armen, fasst Chandy zusammen.

(pm – hoe)
 

27 November 2018, 09:04