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Rumänien: Patriarch Bartholomaios nimmt an Kathedralen-Weihe teil

Rund 30.000 Menschen haben laut örtlichen Medienberichten in Bukarest an den liturgischen Feiern zur Weihe der neuen Nationalen Kathedrale teilgenommen. Das Gotteshaus zählt zu den größten orthodoxen Kirchen weltweit. Es, wurde am Sonntag vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem rumänisch-orthodoxen Patriarchen Daniel (Ciobotea) feierlich geweiht.

Nach der Salbung des Altars und der Segnung der aus Mosaiken bestehenden Ikonostase - diese Bilderwand trennt Kirchen- und Altarraum - feierten die beiden Kirchenoberhäupter mit den Mitgliedern des Heiligen Synods der rumänisch-orthodoxen Kirche die Göttliche Liturgie.

Die Bauarbeiten an der Kathedrale mit ihrem 120 Meter hohen zentralen Glockenturm gehen noch weiter, der definitive Abschluss ist erst für 2024 vorgesehen. Das gewaltige Bauprojekt ist in der rumänischen Öffentlichkeit wegen der Kosten auch auf Kritik gestoßen. Die Baukosten waren ursprünglich auf 80 Millionen Euro veranschlagt, haben aber bereits die Grenze von 110 Millionen überschritten. 75 Prozent der Kosten werden aus dem Staatshaushalt gedeckt.

Kirchenpolitische Rede über Konzil von Kreta und Situation in der Ukraine

Schon vor der Kirchweihe hielt Bartholomaios I. in Bukarest vor dem Heiligen Synod der rumänisch-orthodoxen Kirche eine kirchenpolitisch bedeutsame Rede, wie der Informationsdienst der Stiftung „Pro Oriente“ am Montag berichtet. Dabei nahm der Ökumenische Patriarch vor allem auf das orthodoxe Konzil von Kreta des Jahres 2016 und auf die kirchliche Situation in der Ukraine Bezug.

Im Hinblick auf das „Heilige und Große Konzil“ von Kreta betonte Bartholomaios, dass es sich um einen historischen Augenblick gehandelt habe, an dem die Orthodoxie eine Glaubensprüfung im Hinblick auf die Wahrheit des Evangeliums über die Kirche als Leib Christi und über die synodale Tradition zu bestehen hatte. Der Ökumenische Patriarch dankte seinem rumänischen Amtsbruder Daniel für dessen Engagement beim Konzil, seine theologische Weisheit und die „aufrichtige, intelligente, brillante und erfahrene Art und Weise“ seiner Beteiligung.

Hoffen auf rumänische Hilfe

Der Ökumenische Patriarch ging auch auf den Streit mit dem russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchat um die Bildung einer eigenständigen ukrainisch-orthodoxen Landeskirche ein. Bartholomaios brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die rumänisch-orthodoxe Kirche einbringen werde, um die kirchliche Einheit und Rechtschaffenheit zu bewahren. Um des Heils von Millionen gläubiger Christen willen habe sich das „mütterliche Herz der Kirche von Konstantinopel“ zu einem Opfer entschlossen. Wörtlich sagte Bartholomaios I.: „Wir hoffen auf Gottes Hilfe, dass der Vereinigungsprozess der getrennten Gruppen bald beendet sein wird, um den patriarchalen und synodalen Tomos für die Kirche der Ukraine verabschieden zu können, die damit die neueste autokephale Schwesterkirche wird.“

Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel hatte in seiner Begrüßung hervorgehoben, wie sehr er die Anstrengungen des Ökumenischen Patriarchen schätze, im Kontext der Welt von heute die administrative Freiheit der autokephalen orthodoxen Kirchen und die Synodalität und panorthodoxe Gemeinschaft zu bewahren – „in der Verbindung von Freiheit und Verantwortung zum Wohl der Kirche Christi“. Seit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen von 1989 fühle das rumänische orthodoxe Volk in besonderer Weise die Notwendigkeit der panorthodoxen Gemeinschaft.

(kap – mg)

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26. November 2018, 14:56