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Vatican News
Bild einer Rubin-Mine in Mosambik Bild einer Rubin-Mine in Mosambik  (AFP or licensors)

Mosambik: Islamisten töten zwölf Dorfbewohner

Zwölf Dorfbewohner, darunter Frauen und Kinder, sind an einem abgelegenen Ort im hohen Norden Mosambiks einem Terrorüberfall zum Opfer gefallen. Urheber des Anschlags, der die Flucht tausender Menschen ins benachbarte Tansania ausgelöst hatte, sollen Islamisten sein, berichtet AFP unter Berufung auf lokale Sicherheitskräfte.

Die Tragödie ereignete sich am Freitag im Morgengrauen im Dorf Chicuaia Velha, nur wenige Kilometer von Tansania entfernt. Die Dorfbewohner wurden mit Macheten getötet oder lebendig in ihren Häusern verbrannt, so ein lokaler Journalist.

„Es gab einen Angriff in einem Dorf im Bezirk Nangade, in einem Gebiet, in dem die Sicherheitskräfte nicht patrouillierten. Die Angreifer töteten 12 Menschen, darunter Frauen und Kinder“, bestätigte ein Polizeibeamter aus der Provinz Cabo Delgado der AFP am Sonntag. Nach diesem tödlichen Überfall seien Tausende von Menschen über den Rovuma-Fluss nach Tansania geflohen, so der Sicherheitsbeamte weiter.

Guerilla-Strategien gegen wehrlose Dorfbewohner

Die Islamisten, die eine strikte Anwendung des Korans durchsetzen wollen, nutzen die schwache Präsenz der überforderten Sicherheitskräften in der Region seit Monaten zu wiederholten und teils gleichzeitig an verschiedenen Orten durchgeführten Angriffen auf die Zivilbevölkerung. Dabei nutzen sie Guerilla-Strategien und gehen mit großer Brutalität gegen die Dorfbewohner vor.

Die besonders betroffene Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit ist reich an Gasressourcen. Nach einer kurzen Ruhephase im Oktober hätten sich die Überfälle nun wieder verstärkt, berichtet gegenüber AFP Eric Morier-Genoud, Dozent für afrikanische Geschichte an der Queen's University Belfast und Spezialist für Mosambik. Der jüngste Angriff sei bereits der vierte in diesem Monat, bestätigt auch das afrikanische Institut für Sicherheitsstudien (ISS).

„Es ist eine grausame Erinnerung daran, dass die Regierung in Maputo die Krise noch lange nicht unter Kontrolle hat", sagte Peter Fabricius, Berater des ISS, diese Woche. Es bestehe allerdings nun Sorge, dass zugunsten der Gasförderung durch internationale Konzerne ausländische Sicherheitsagenturen mit der Befriedung der lokalen Konflikte betraut werden könnten – was zu jahrzehntelangen Krisensituationen führen würde, so auch die Einschätzung des Fachmanns Eric Morier-Genoud.

(afp - cs)

25 November 2018, 13:08