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Obdachlosigkeit: ein schweres Los, in Ungarn und anderswo Obdachlosigkeit: ein schweres Los, in Ungarn und anderswo  (2018 Getty Images)

Ungarn: Katholischer Protest gegen neues Obdachlosengesetz

Mit scharfen Worten hat der Leiter des ungarischen Zweigs der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, Peter Szöke, gegen das neue Obdachlosengesetz protestiert. Nicht einmal im Mittelalter hätte man Mittellose so „drastisch bestraft", wird Szöke in der katholischen Wochenzeitung „Magyar Kurir" zitiert.

Das Vorgehen des Staates werfe schwerwiegende Fragen auf und sei auch angesichts eines zentralen Satzes der ungarischen Verfassung unverständlich, so der Sant'Egidio-Vertreter. Im dem offiziell „Nationales Glaubensbekenntnis" genannten Verfassungstext heiße es schließlich: „Wir bekennen uns zur Pflicht, den Armen und Hilfsbedürftigen zu helfen."

Die ungarische Regierung trete für "Recht und Ordnung" ein, sagte Szöke weiter. Den Preis dafür zahlten aber immer die Schwächsten. Ordnung bedeutet für die Regierung nichts anderes als „die Armen fernzuhalten, um sie nicht sehen zu müssen", meinte der der Sant'Egidio-Vertreter: „Vor den Flüchtlingen schützen Zäune und Mauern. Vor den Obdachlosen und Bettlern schützen Gesetzesordnungen."

“ Vor den Flüchtlingen schützen Zäune und Mauern. Vor den Obdachlosen und Bettlern schützen Gesetzesordnungen ”

(kap – gs)

19 Oktober 2018, 16:41