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Der Moskauer Patriarch Kyrill im Gespräch mit dem Weißrussischen Präsidenten Der Moskauer Patriarch Kyrill im Gespräch mit dem weißrussischen Präsidenten  (ANSA)

Russisch-orthodoxe Kirche hebt „eucharistische Gemeinschaft" auf

Mitglieder der Heiligen Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche haben beschlossen, die „eucharistische Gemeinschaft" mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel aufzuheben.

Claudia Kaminski und Roberto Piermarini - Vatikanstadt

Der Beschluss ist Teil einer Erklärung, die am 15. Oktober vom Heiligen Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche veröffentlicht wurde. Dieser tagte im weißrussischen Minsk unter der Leitung von Patriarch Kyrill. Gegenstand der Beratungen war die am 11. Oktober vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel angekündigte Anerkennung der Autokephalie der Ukrainischen Orthodoxen Kirche.

Zum Nachhören - Eine Einordnung des Experten, Prof. Thomas Bremer

Die Erklärung

„Mit großer Trauer", so lautet die auf der Website des Moskauer Patriarchats veröffentlichte Erklärung, „hielten es die Mitglieder des Heiligen Synods für unmöglich, weiterhin in eucharistischer Gemeinschaft mit dem Patriarchat von Konstantinopel zu bleiben". Die Erklärung listet alle Gründe auf, die Moskau dazu veranlasst haben, die Gemeinschaft aufzuheben: die Annahme „der Schismatiker" und einer „von einer anderen Ortskirche exkommunizierten Person", „das Eindringen in die kanonischen Zuständigkeiten des anderen", „der Versuch, Entscheidungen und eingegangene historische Verpflichtungen abzulehnen". „All dies - bekräftigte die russisch-orthodoxe Kirche - stellt das Patriarchat von Konstantinopel außerhalb des kanonischen Raumes und macht es unter großer Trauer unmöglich, die eucharistische Gemeinschaft mit ihrer Hierarchie, ihrem Klerus und den Laien fortzusetzen". „Von nun an und bis das Patriarchat von Konstantinopel seine anti-kanonischen Entscheidungen aufgegeben habe, ist es für alle Geistlichen der russisch-orthodoxen Kirche unmöglich, mit dem Klerus der Kirche von Konstantinopel zu konzelebrieren und für die Laien an den Sakramenten teilzunehmen, die in deren Kirchen gespendet werden".

Der Metropolit Hilarion von Wolokolamsk, Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen des Patriarchats von Moskau, hoffte, dass „der gesunde Menschenverstand gewinnen würde und dass das Patriarchat von Konstantinopel seine Haltung ändern und die bestehende kirchliche Realität anerkennen" würde. „Solange jedoch alle ,illegitimen´ Entscheidungen von Konstantinopel in Kraft sind, wird man nicht in Gemeinschaft mit dieser Kirche stehen können".

Eine bereits getroffene Entscheidung

Der Heilige Synod des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel hatte am 11. Oktober beschlossen, „die bereits getroffene Entscheidung zu erneuern", der Kirche der Ukraine die Autokephalie zu gewähren.
Nach „ausführlicher Diskussion" habe die Heilige Synode unter dem Vorsitz des Patriarchen Bartholomäus I. - so der Bericht – „die rechtliche Verpflichtung, das für die damalige Umstände erlassene Synodenschreiben aus dem Jahr 1686 aufzuheben", der „dem Patriarchen von Moskau das Recht einräumte, den Metropolit von Kiew zu ordinieren", „seine kanonische Abhängigkeit von der Kirche von Konstantinopel zu verkünden und zu bestätigen".

Die Heilige Synode hatte einen Appell an alle Beteiligten gerichtet, „die Aneignung von Kirchen, Klöstern und anderem Eigentum sowie jeden anderen Akt der Gewalt oder Vergeltung zu vermeiden, damit der Friede und die Liebe Christi siegen können.“

(vatican news)

16 Oktober 2018, 12:58