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Wird von Sozialbewegungen oft kritisiert: Präsident Macri Wird von Sozialbewegungen oft kritisiert: Präsident Macri  (ANSA)

Argentinien: Priester würdigen Einsatz von Sozialbewegungen

Sie geben sozial Schwachen eine Stimme und setzen politische Verbesserungen für sie durch: In Barackenvierteln tätige Priester würdigen in einem offenen Brief zum Jahrestag der Heiligsprechung des Armenpriesters José Gabriel del Rosario Brochero die Verdienste der Sozialbewegungen, die eine oft unbequeme politische Stimme in Argentinien darstellen.

Dabei gehen die Priester in dem auf Montag datierten Brief auf die Erfolge der Bewegungen ein, die gegen die Politik der herrschenden Klassen auf die Straße gehen und Rechte für Benachteiligte einfordern. Dazu gehöre auch die gesetzliche Einführung eines sozialen Lohnausgleichs.

Ebenso sei die soziale Rehabilitation der Peripherien oder „Barackenviertel“ auf den Einsatz der Sozialbewegungen zurückzuführen, würdigen die Priester. Wo in der Vergangenheit der Staat durch Abwesenheit glänzte und Drogenhandel und Gewalt vorherrschten, sei es durch die Vermittlung von Sozialbewegungen und in Zusammenarbeit mit dem Staat und Sozialeinrichtungen wie der Caritas gelungen, Kenntnisse über die Problemviertel zu sammeln und dementsprechende Strategien zu erarbeiten. Das bedeute auch, sozialen Zusammenhalt und Solidarität durch die umgebenden Viertel zu schaffen und somit bessere Lebensbedingungen nicht nur in den Barackenstädten selbst, sondern auch in ihrem Umfeld zu schaffen.

Was arme Arbeiter tun, um in Würde zu leben

Gerade an diesem Montag hat der Senat ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem die Enteignung von Nutzflächen in den Barackenvierteln ermöglicht mit dem Ziel, diese den einzelnen Familien zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung zu stellen und dort eine soziale Infrastruktur aufzubauen. Das Gesetz wurde maßgeblich von Sozialbewegungen vorangetrieben.

Neben dem politischen Einsatz, so betonen die Priester in ihrem Statement für Sozialbewegungen weiter, seien es die oftmals selbst „demütigen und armen“ Mitglieder der Bewegungen, die angesichts eines trägen Staates an vorderster Front die Nöte der Bedürftigen linderten. Es sei „wichtig, alles wertzuschätzen, was arme Arbeiter tun, um in Würde zu leben,“ so der offene Brief wörtlich. 

Argentinien durchlebt derzeit eine schwere Rezession, die Beobachter an die Krise erinnert, welche Anfang des Jahrtausends zum Zusammenbruch des Finanzsystems führte. 

(pm - cs)

17 Oktober 2018, 13:08