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Ein Denkmal erinnert an den Genozid in Ruanda vor 24 Jahren Ein Denkmal erinnert an den Genozid in Ruanda vor 24 Jahren  (AFP or licensors)

Genozid in Ruanda: Über 18.000 Opfer aus Massengräbern geborgen

In den vergangenen fünf Monaten waren rund 20 Massengräber des Genozids von 1994 entdeckt worden. Das erklärte die Überlebendenvereinigung Ibuka an diesem Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur EFE.

Das Programm zur Suche nach Massengräbern und der darauf folgenden Exhumierungen wurde am 11. April gestartet, nachdem ein des Völkermordes Angeklagter Hinweise geliefert hatte. 18.529 Leichen seien bisher geborgen worden, berichtet EFE unter Berufung auf den Ibuka-Vertreter Theogene Kabagambire. Aufgrund der von verschiedenen Seiten erhaltenen Informationen habe man damit gerechnet, zwischen 15.000 und 25.000 Opfer zu entdecken.

Gruben mit Häusern überbaut

Seit April seien 41 Massengräber im Bereich der Hauptstadt Kigali lokalisiert worden, die in den Bezirken Rusororo und Gasabo verteilt sind. Teils waren die Gruben mit Häusern überbaut worden. Nach dem Abriss von drei Häusern im Dorf Kabeza habe man allein zwanzig Massengräber gefunden. Die Tatsache, dass die Massengräber sich in Wohngebieten befunden hätten und dennoch über zwanzig Jahre lang kein Hinweis aus der Bevölkerung eingegangen sei, sei ein herber Rückschlag für die nationale Versöhnung, so Kabagambire.

Man wolle nun ein würdiges Begräbnis für die Opfer ermöglichen; dies könnte nach den Planungen von Ibuka im Rahmen der Gedenkfeier im Rahmen des 25. Jahrestages des Völkermordes im kommenden Jahr geschehen.

Die blutigsten Szenen des Völkermords

In der Stadt Kigali und den umliegenden Vororten hatten sich die blutigsten Szenen des Völkermords abgespielt, da die Hutu-Milizen dort ihre letzten Bastionen eingerichtet hatten, bevor die Gebiete durch die Streitkräfte der Ruandischen Patriotischen Front (RPA) befreit wurden.

Dem Massaker von 1994 fielen Schätzungen zufolge zwischen 800.000 und eine Million Menschen zum Opfer. Mit sieben Millionen Einwohnern war Ruanda das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Siebzig Prozent der Todesopfer waren Tutsis. Die Unruhen flammten auf, nachdem das Flugzeug des ruandischen Hutu-Präsidenten Juvenal Habyarimana am 6. April 1994 kurz vor der Landung auf dem Flughafen Kigali abgeschossen wurde. Hutu-Extremisten machten die Tutsi-Minderheit für den Anschlag verantwortlich. Der Mord an Habyarimana, der gemeinsam mit dem mitreisenden damaligen Präsidenten Burundis, Cyprien Ntaryamira, ums Leben kam, ist bis heute nicht aufgeklärt.

(efe - cs)

19 September 2018, 13:02