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Auf der ganzen Welt gedenken die Menschen der Heiligen Mutter Teresa Auf der ganzen Welt gedenken die Menschen der Heiligen Mutter Teresa  (ANSA)

Mutter Teresa: Umstrittenes Wunder zu „100 Prozent gut dokumentiert“

Mit einem Tweet hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch an die heilige Mutter Teresa erinnert. „Tragt den Frieden bei euch, damit ihr ihn mit eurem Leben, eurem Lächeln, euren wohltätigen Werken den anderen geben könnt. Die hl. Mutter Teresa bete für uns!,“ so der Papst über seinen Twitteraccount. Der 5. September 2018 ist der 21. Todestag der weltweit bekannten Ordensgründerin.

Zugleich jährt sich an diesem Tag ein medial kontrovers diskutiertes Heilungswunder, das sich auf die Fürbitte Mutter Teresas ereignet haben soll: vor genau 20 Jahren soll ein als unheilbar geltender Tumor im Bauch einer Frau vollständig geheilt worden sein. Dieses Wunder sei mittlerweile jedoch entgegen mancher Kritik „zu 100 Prozent gut dokumentiert“, sagte im Kathpress-Gespräch der damalige Postulator der Seligsprechung von Mutter Teresa, Bischof Salvadore Lobo. „Das habe ich selbst gesehen“, so der Bischof, der nach eigenen Angaben bis heute mit der Geheilten in Kontakt steht.

Eine Marienmedaille auf dem Unterleib

 

Die inzwischen 52-jährige Inderin Monica Besra litt in den Jahren 1997 - dem Todesjahr Mutter Teresas - und 1998 an einem malignen Eierstocktumor. Ihren Aussagen zufolge hatten sie die Ärzte bereits aufgegeben, als sie, dem Tode bereits nahe, von Schwestern des von Mutter Teresa gegründeten Ordens „Missionare der Nächstenliebe“ aufgenommen wurde. Um sie zu trösten, hätten ihr die Schwestern am 5. September 1998 - dem ersten Todestag Mutter Teresas - eine Marienmedaille Mutter Teresas auf die betreffende Stelle am Unterleib gelegt und für sie gebetet. Am Abend soll sich dann die Heilung ereignet haben.

Zum Nachhören

Wie der eng mit dem Fall vertraute Bischof Lobo betonte, habe der Tumor als unheilbar gegolten. Besra habe zuvor zahlreiche Spitäler aufgesucht und sich verschiedenen medikamentösen Behandlungen unterzogen, die Ärzte hätten ihr jedoch keinerlei Überlebenschance mehr gegeben. „Auch ihr eigener Ehemann gab sie auf - und sagte, er habe keine Mittel mehr, um sie weiter zu pflegen“, so der Leiter zweier Kommissionen für Mutter Teresas 2003 erfolgte Seligsprechung. Um die sechs gemeinsamen Kinder weiter versorgen zu können, habe Besras Gatte auch einen Großteil seines Landes verkauft.

Entschieden widersprach der Bischof der Darstellung von Kritikern, wonach die Heilung aufgrund der Medikamente erfolgt sei: „Die Frau hatte zuvor sechs Monate nicht ihren Fuß auf den Boden gesetzt. Zu Mitternacht dieses 5. Septembers wurde sie von den pflegenden Schwestern im Zimmer herumgehend angetroffen.“ Wenig später wurde die Heilung medizinisch bestätigt.

Leben weiterhin in Armut

 

Für Monica Besra habe sich seither rein äußerlich nicht viel geändert, berichtete Bischof Lobo. „Sie führt ein gutes Leben, ist aber materiell genauso arm wie früher. Sie versteht es, dass ein Heilungswunder nicht ihre Lebensumstände umkrempelt, und ist damit zufrieden. Sie erwartet nicht, dass Mutter Teresa ein weiteres Wunder wirkt und sie über Nacht reich macht.“ Auch die aufgrund Besras Heilung selig- und später heiliggesprochene Ordensgründerin habe arm gelebt und sich auf die göttliche Vorsehung verlassen.

Einen deutlichen Wandel habe die der Volksgruppe der Adivasi-Ureinwohner zugehörige Inderin freilich in ihrem Glaubensleben durchmacht: „Zuvor war sie Animistin, jetzt ist sie zum katholischen Glauben konvertiert.“ Ihre Heilung verstehe Besra laut Bischof Lobo als „Wirken der Hand Gottes auf die Fürsprache Mutter Teresas hin“, und sie glaube, „dass Wunder möglich sind“. Nachsatz des Bischofs: „Wer nicht glaubt, wird jedoch nie ein Wunder sehen.“

Puzzlebild der Biografie immer vollständiger

 

Während zur Selig- und Heiligsprechung Mutter Teresas das „nötige Minimum“ an Zeugenaussagen aufgenommen wurde, gibt es auch 21 Jahre nach ihrem Tod immer noch neue Berichte über Erlebnisse mit der nunmehr Heiligen, sagte der Bischof der südöstlich der Metropole Kalkutta liegenden Diözese Baruipur. „Nach wie vor kommen viele Menschen zu ihrem Grab und gehen hinaus in Frieden, versöhnt mit Gott. Sie wirkt noch heute Wunder.“ Aufgrund der Berichte würden ständig auch neue Aspekte der Biografie bekannt.

(kap - cs)

05 September 2018, 13:56