Migranten verlassen in der Nacht zu Sonntag die „Diciotti" Migranten verlassen in der Nacht zu Sonntag die „Diciotti" 

Salvini: Kirche nimmt Flüchtlinge der „Diciotti" auf

Die verbliebenen 150 Migranten haben nach 10 Tagen auf der „Diciotti“ in der Nacht zu Samstag das Schiff verlassen. Am Samstag hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini laut Medienberichten bei einer Parteiveranstaltung mitgeteilt, die Migranten könnten „in den nächsten Stunden" von Bord. Italienische Medien berichteten, dass im Zusammenhang mit den Vorgängen auf der „Diciotti“ nun auch gegen Salvini ermittelt wird.

Gegen den Minister werde wegen „Freiheitsberaubung, illegaler Festnahmen und Machtmissbrauchs" ermittelt. In Italien sei es verboten, Menschen über zwei Tage lang ohne Haftbefehl festzuhalten. Nun nehme Albaien 20 der Migranten auf der „Diciotti“ auf, die anderen gingen in „ein-zwei andere Länder". Die italienische Kirche kümmere sich um die meisten der Migranten. Das habe Salvini selbst ausgehandelt, sagte er.

Scharfe Kritik an Salvinis Haltung

 

 

Das Schiff „Diciotti" der italienischen Küstenwache hatte seit Montag im sizilianischen Catania im Hafen gelegen, nachdem es zuvor schon fünf Tage auf dem Mittelmeer unterwegs war. Salvini hatte angekündigt, die Menschen erst austeigen zu lassen, wenn andere EU-Staaten die Migranten aufnähmen. Von den 177 Migranten an Bord durften 27 Minderjährige am Mittwochabend das Schiff verlassen. Vermittlungsgespräche in Brüssel blieben am Freitag erfolglos.

Zahlreiche Hilfsorganisationen, darunter auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Caritas, hatten die strenge Haltung Salvinis verurteilt. Auch mehrere Bischöfe meldeten sich kritisch zu Wort. Am Freitag sagte der sizilianische Kardinal Francesco Montenegro, Präsident der italienischen Caritas, der Zeitschrift „Famiglia Cristiana" zur Lage der Flüchtlinge: „Wenn es Hunde wären, wäre schon der Tierschutz eingeschritten.“

(kap - bw)
 

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26. August 2018, 12:35