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Hohes öffentliches Interesse: Chiles Bischöfe informieren über ihre Strategie gegen Missbrauch Hohes öffentliches Interesse: Chiles Bischöfe informieren über ihre Strategie gegen Missbrauch  (ANSA)

Missbrauch in Chile: Kirche will mit Justiz zusammenarbeiten

Chiles Bischöfe haben beschlossen, in Zukunft mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, um Missbrauchsfälle in der Kirche aufzuarbeiten. Zudem will die Kirche auf ihrer Webseite die Namen aller Priester öffentlich machen, die erwiesenermaßen Minderjährige missbraucht haben.

Diese Woche hatte die Bischofskonferenz bei einer eigens einberufenen Vollversammlung in Punta de Tralca fünf Tage lang über den Missbrauchsskandal beraten. Die Schlusserklärung vom Freitag listet eine Reihe von Punkten auf, mit denen die Bischöfe weiteren Missbrauch unterbinden und ältere Fälle aufarbeiten wollen.

Unter anderem kündigten die Bischöfe an, alle ihre bisherigen Ermittlungen wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen veröffentlichen zu wollen. Sie baten die Ordensoberen des Landes, dasselbe zu tun.

 

Bischöfe versprechen, den Opfern zuzuhören

 

Darüber hinaus verpflichten sie sich dazu, in Zukunft das Gespräch mit Opfern zu suchen, ihnen zuzuhören und „für alles zur Verfügung zu stehen, was zur Heilung der Wunden beiträgt“, wie es in der Erklärung wörtlich heißt. Für eine Entschädigung der Opfer wollen sie gemeinsame Kriterien erarbeiten.

Was die Vorbeugung von Missbrauch in der Kirche anlangt, kündigten die chilenischen Bischöfe einen „Verhaltenskodex“ für Priester an, der im April erscheinen soll. Sie verpflichteten sich auch dazu, auf Anregung von Papst Franziskus mehr Laien in kirchlichen Einrichtungen zuzulassen und dort „ein Umfeld der Aufrichtigkeit, Offenheit und konstruktiven Kritik zu schaffen“.

 

Namen verurteilter Priester wurden veröffentlicht

 

Die Rechtsanwältin Ana María Celis Brunet wurde zur Präsidentin der nationalen kirchlichen Missbrauchskommission ernannt. Sie löst Bischof Juan Ignacio Gonzalez von San Bernardo ab, der bei Missbrauchsopfern als umstritten galt. Die Kommission erhielt zugleich weitreichende neue Zuständigkeiten. Unter anderem soll die Webseite des Rates über die Zahl der laufenden Ermittlungen und Strafverfahren wegen Missbrauchs in der Kirche informieren.

Die Bischofskonferenz veröffentlichte im Internet eine Liste von vorerst 43 wegen Missbrauchs verurteilten Klerikern. Demnach wurden von weltlichen Gerichten 17 Priester und ein Diakon verurteilt, 25 Diözesan- und Ordenspriester erhielten Sanktionen durch kirchliche Gerichte. In Chile gibt es rund 2.300 Priester und 1.000 Ständige Diakone.

(Vatican News – gs)

 

04 August 2018, 14:09