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Andrés Manuel Lopez Obrador tritt am 1. Dezember das Präsidentenamt an Andrés Manuel Lopez Obrador tritt am 1. Dezember das Präsidentenamt an  (ANSA)

Mexiko: Bischöfe stellen ihre Friedensarbeit vor

Der gewählte Präsident Andrés Manuel Lopez Obrador will vor seinem Amtsantritt auch kirchliche Ideen für Friedens- und Versöhnungsarbeit in Mexiko sammeln. Bei einem von ihm einberufenen Forum, das am Dienstag in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA begann, stellt auch die Mexikanische Bischofskonferenz ihre Friedensarbeit vor.

Das Programm „Building Peace“ der Bischöfe ist nun seit Mai in Entwicklung, berichtet die mexikanische Zeitung „Milenio“. Im Kern besteht es darin, Gewaltopfer in einem breitangelegten Genesungsprozess zu begleiten. Wer am eigenen Leib Entführung, Erpressung oder das „Verschwinden“ von Angehörigen erlebte, soll psychologische, medizinische und geistliche Hilfe erhalten, damit sie nicht ihrerseits gewalttätig werden. Entworfen hat das Programm Erzbischof Carlos Garfias Merlos von Morelia für sein früheres Erzbistum Acapulco; die Stadt gilt als eine der gefährlichsten der Welt.  

In Mexiko steigt die Gewalt von Jahr zu Jahr. 2017 verzeichneten die Behörden mehr als 25.000 Mordopfer, so viele wie nie zuvor. Die meisten Morde gehen auf das Konto der organisierten Kriminalität. Lopez Obrador tritt im Dezember sein Amt an, im Wahlkampf hatte er keine überzeugenden Gegenstrategien vorzulegen gewusst, wie seine Gegner beanstandeten. In den ersten Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Morde sogar nochmals um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, weil Wahlen Verunsicherung über künftige Machtkonstellationen auslösen, erklärten Fachleute. Mehr als 120 Politiker wurden im Wahlkampf ermordet, und auch Priester trifft es häufig, fast 30 starben in den vergangenen sechs Jahren durch Mord.

 

 Antworten auf Mexikos massives Gewaltproblem müssen auf allen Ebenen kommen

 

Wie die Bischöfe in ihrem Friedensprogramm betonen, müssen die Antworten auf Mexikos massives Gewaltproblem von überall her kommen: von den öffentlichen und privaten Institutionen, vom Staat, von den Schulen und Universitäten, von den religiösen Gemeinschaften. Jede Institution müsse „entsprechend ihrem Wesen und ihrem Tätigkeitsbereich neu überdacht und auf die Errichtung des Friedens ausgerichtet werden", so Erzbischof Garfias.

Ziel müsse es sein, Gewaltlosigkeit auf allen Ebenen zu stärken. Es brauche Schulungen, um wirksam in Prozesse von Konfliktlösung eingreifen zu können, es brauche soziale Analysen, Aufmerksamkeit für Gewaltopfer und politischen Einsatz für Gewaltlosigkeit. Auch fordern die Bischöfe seit langem einen Stopp der Straflosigkeit. 98 Prozent der angezeigten Verbrechen in Mexiko werden niemals aufgeklärt.

(Vatican News – gs)

07 August 2018, 19:14