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Italiens Ministerpräsident informierte sich in Foggia über die Lage der Erntehelfer Italiens Ministerpräsident informierte sich in Foggia über die Lage der Erntehelfer  (ANSA)

Italien: Kirche fordert Konsequenzen aus Tod von Erntehelfern

Nach dem Tod von 16 afrikanischen Erntehelfern bei zwei Verkehrsunfällen in Süditalien fordern Kirchenvertreter mehr Aufmerksamkeit für die Arbeitsbedingungen von Migranten.

Die Politik müsse sich stärker um diejenigen kümmern, die weithin unter ausbeuterischen Bedingungen in der Landwirtschaft arbeiteten, erklärte die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio am Dienstag in Rom. Auch katholische Institutionen in Apulien äußerten sich betroffen und forderten Konsequenzen.

Am Montag war nahe der Adria-Kleinstadt Lesina ein Transporter mit Saisonarbeitern verunglückt, die von einem Ernteeinsatz zurückkehrten. Zwölf Insassen starben, vier weitere wurden laut Medienberichten verletzt. Am Samstag waren bei einem ähnlichen Unfall weiter südlich bei Ascoli Satriano vier Erntehelfer ums Leben gekommen; vier erlitten schwere Verletzungen. Es handelte sich jeweils um ausländische Arbeitskräfte.

Was ist das Leben eines Migranten wert?

 

Der Erzbischof der Provinzhauptstadt Foggia, Vincenzo Pelvi, rief in einer Gedenkmesse am Montagabend zu mehr Sorge für Migranten auf. Es brauche eine Erneuerung der Werte und der Aufnahmebereitschaft für jede Person. Die Caritas Apulien mahnte in einer Erklärung, genauer auf die Arbeitsbedingungen von Migranten und italienischen Bürgern zu schauen. Man müsse fragen, was das Leben eines Menschen, Arbeiters oder Migranten wert sei.

Die in Italien eingesetzten Erntehelfer stammen vor allem aus afrikanischen Staaten sowie aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Häufig sind sie in Baracken untergebracht und dem Einfluss der Mafia ausgesetzt.

(kna – sk)
 

07 August 2018, 13:44