Beta Version

Cerca

Vatican News
Polizisten in Pacaraima versuchen die Kontrolle wiederzuerlangen Polizisten in Pacaraima versuchen die Kontrolle wiederzuerlangen  (ANSA)

Brasilien: Gewalt gegen venezolanische Flüchtlinge

Einwohner der brasilianischen Grenzstadt Pacaraima haben am Wochenende gewaltsam dort lebende Flüchtlinge aus Venezuela zurück in das Nachbarland getrieben. Das berichteten örtliche Medien (Samstag).

Die Bewohner beschuldigen die Flüchtlinge, am Freitag ein Geschäft überfallen zu haben. Daraufhin hätten sie die in der Stadt Kampierenden mit Steinen und Flaschen beworfen und deren Hab und Gut verbrannt. Laut der Zeitung „O Globo“ wurden 700 Flüchtlinge zurück über die Grenze getrieben. Nach Behördenangaben lebten rund 2.000 Flüchtlinge in der Stadt. Hilfsorganisationen sprechen von rund 1.500.

Angeblicher Überfall durch Flüchtlinge

 

Vier Venezolaner sollen am Freitag einen Ladenbesitzer schwer verletzt und Handys im Wert von mehreren Tausend Euro gestohlen haben. Rund eintausend Bewohner sollen daraufhin am Samstagmorgen die Flüchtlingscamps angegriffen haben. Teilweise seien sie mit Traktoren über die Zelte gefahren. Auch vom Einsatz von Tränengas wird berichtet. Nach Angaben venezolanischer Augenzeugen griff die Polizei nicht ein. Auf ihrer Flucht über die Grenze sollen die Venezolaner auch Brasilianer angegriffen haben. Bisher gibt es keine Angaben zur Zahl der Verletzten auf beiden Seiten.

Eigenmächtige Sperrung der Grenze

 

Nachdem die meisten Flüchtlinge über die Grenze zurück in ihr Herkunftsland geflüchtet waren, sperrten die Bewohner von Pacaraima den Grenzübergang für fünf Stunden mit Barrikaden. Die Regierung des Teilstaates Roraima rechtfertigte das mit der angespannten Sicherheitslage. Anfang August hatte ein Bundesrichter die Einreise neuer Flüchtlinge nach Roraima untersagt. Erst solle die menschenwürdige Versorgung der dort anwesenden Flüchtlinge gewährleistet werden. Nachdem die Grenze für einige Stunden geschlossen worden war, hob das Oberste Gericht diese Entscheidung auf. Nun sollen 60 Soldaten der Nationalen Eingreiftruppe in die Region verlegt werden, um für Ordnung zu sorgen.

(kna - cs)

19 August 2018, 14:14