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Proteste in Nicaragua Proteste in Nicaragua  (AFP or licensors)

Nicaragua: „Verfolgung verbindet das Volk“

Der Generalvikar der Erzdiözese von Managua, Carlos Avilés Cantón, wirft der Regierung von Präsident Daniel Ortega eine „gezielte Kampagne gegen die Kirche“ vor. Die starke Repression gegen das Volk fördere aber die Einheit zwischen den Bürgern, so der Geistliche, der der nationalen Dialogkommission angehört.

Mario Galgano und Patricia Ynestroza – Vatikanstadt

Vertreter der Kirchen würden gezielt verfolgt, wie es bereits 1980 in Nicaragua geschah, so Avilés Cantón in einem Interview am Freitag mit dem katholischen Sender „Canal Católico de Nicaragua“. „Es findet derzeit kein Krieg statt, doch die Regierung versucht, so wie damals die Kirche zu instrumentalisieren. Die Priester hingegen beten für ihre Verfolger, ohne zu vergessen, dass die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit wichtig ist“, so der Generalvikar.

Zum Nachhören

Falsche Anschuldigungen gegen Kirche

 

Die Kirche trage nicht zur Eskalation der Gewalt bei. „Wir verstecken keine Waffen, wie uns Präsident Ortega vorwirft. Das sind falsche Anschuldigungen. Die Kirche in Nicaragua hilft all jenen, die Schutz brauchen. Wir zeigen auch den Weg auf, um aus der Krise zu kommen. Dazu zählt die sofortige Waffenruhe und die Entwaffnung der Paramilitärs. Doch der Friedensprozess steht im Augenblick still, weil der Wille von Seiten der Regierung fehlt, diesen Weg einzugehen.“

Bisher sind mindestens 450 Menschen bei den Protesten gegen die Regierung getötet worden. Von rund 600 Menschen fehlt jegliche Spur. „Im Augenblick bleibt die Situation kritisch, doch die Repression der Regierung vereint das Volk umso mehr. Die Kirche bemüht sich um den Weg des Dialogs und wird dabei unterstützt von Papst Franziskus“, so Monsignor Avilés.

(vatican news)

28 Juli 2018, 13:28