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Vatican News
Hier begann die Verfolgungsjagd, die für einen Mann aus Marokko tödlich endete Hier begann die Verfolgungsjagd, die für einen Mann aus Marokko tödlich endete  (ANSA)

Italien: Kirche besorgt über rassistische Übergriffe

Nach dem Tod eines Marokkaners in Aprilia hat sich der Jesuiten-Flüchtlingsdienst besorgt über wachsenden Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer in Italien geäußert.

In einer Erklärung am Montag sprach die Flüchtlings-Fachstelle Centro Astalli in Rom von einer „Eskalation". Binnen weniger als zwei Monaten seien zwölf Immigranten verletzt worden, darunter ein zweijähriges Mädchen und eine Schwangere.


Verfolgungsjagd: Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung

 

In der Nacht zum Sonntag hatten in der Stadt Aprilia südlich von Rom Anwohner ein verdächtiges Fahrzeug verfolgt, in dem sie Einbrecher vermuteten. Nachdem der Wagen verunglückte, schlugen laut Medienberichten die Verfolger auf einen der beiden Insassen ein, einen 43-jährigen Marokkaner; die andere Person entkam. Beim Eintreffen der Polizei war der Marokkaner den Berichten zufolge tot. Unklar sei derzeit, ob der Mann an den Folgen des Unfalls oder durch die Misshandlungen starb. Gegen zwei Männer werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.


Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor am Samstag gesagt, der „Rassismus-Alarm" sei „eine Erfindung der Linken". Einzig alarmierend sei, dass rund ein Drittel der Straftaten von Immigranten begangen werde. Die Italiener seien „wohlmeinende Menschen, aber ihre Geduld ist bald zu Ende", so Salvini.


Jesuit ruft Politiker zu Mäßigung auf

 

Der Leiter des Centro Astalli, Camillo Ripamonti, rief Politiker zur Mäßigung auf, um nicht unter den Bürgern zu Hass aufzustacheln und Gewalt zu legitimieren. Man dürfe die Situation „nicht unterschätzen", so der Jesuit Ripamonti am Montag.


Für Schlagzeilen sorgte am Wochenende auch der Übergriff auf einen aus dem Senegal stammenden Kellner in Sizilien. Besucher eines Cafes in Partinico bei Palermo hatten den Mann laut Medienberichten als „dreckigen Neger" beschimpft und geschlagen. Palermos Erzbischof Michele Pennisi verurteilte den Vorfall als rassistischen und fremdenfeindlichen Akt.


Zu dem mutmaßlichen Totschlag in Aprilia war von der Kirchenleitung am Montag keine Stellungnahme zu erhalten. Man wolle erst die Klärung des Sachverhalts abwarten, teilte ein Sprecher des Bistums Albano auf Anfrage mit.


(kna – pr)
 

30 Juli 2018, 16:34