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Das italienische Schiff Vos Thalassa, die vom Schiff geretteten Flüchtlinge dürfen nicht an Land Das italienische Schiff Vos Thalassa, die vom Schiff geretteten Flüchtlinge dürfen nicht an Land  (ANSA)

Italien: Priester organisiert Hungerstreik gegen Migrationspolitik

Der italienische Comboni-Pater Alex Zanotelli will mit einem Hungerstreik gegen die Schließung italienischer Häfen für Seenotrettungsschiffe auf dem Mittelmeer protestieren.

Im Internet rief der 79-Jährige gemeinsam mit weiteren katholischen Ordensleuten zu einem Hungerstreik „gegen die Migrationspolitik dieser Regierung" auf. Die Aktion begann am Dienstagmittag auf dem Petersplatz mit einem Gebet; danach wollten die Teilnehmer zum Sitz des italienischen Parlaments marschieren.

Auf diese Weise wolle „die Basis der Kirche der italienischen Regierung zeigen, dass sehr viele Leute gegen die Migrationspolitik der neuen Regierung sind“, sagte Zanotelli gegenüber der Nachrichtenagentur „Kathpress“. Dies sei nach der jüngsten Aussage von Innenminister Matteo Salvini nur noch wichtiger.

 

Geplant ist zunächst ein zehntägiger „Staffelhungerstreik“

 

Salvini veranlasste kürzlich die Schließung italienischer Häfen für private Seenotretter. Am Montag kündigte er an, die Häfen künftig auch für einen Teil der Rettungsschiffe aus EU-Operationen zu schließen. „Die Schiffe internationaler Missionen ('Themis', 'Triton', 'Sophia') dürfen nicht alle nach Italien kommen. Einige ja, alle nein“, sagte der Politiker der rechtsgerichteten Lega Nord der Zeitung „La Verita“.

Salvini kündigte an, die in diesem Zusammenhang getroffenen EU-Absprachen zu ändern. Ein entsprechendes Dossier wolle er am Donnerstag beim EU-Innenministertreffen in Innsbruck vorlegen.

Papst Franziskus und katholische Organisationen in Italien fordern seitdem verstärkt mehr Solidarität auf dem Mittelmeer. Es sei wichtig, den Papst mit Aktionen wie dem Hungerstreik zu unterstützen, so der Priester aus dem Comboni-Missionsorden. Er wisse nicht, wie groß die Beteiligung sein werde. Zunächst sei ein zehntägiger „Staffelhungerstreik“ geplant. Es reiche, wenn abwechselnd ein bis drei Personen pro Tag vor dem Parlament streikten und mit Schildern auf die Lage im Mittelmeer aufmerksam machten.

(kap – pr)

 

10 Juli 2018, 14:08