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Die Gazafischereizone wurde von sechs auf drei Seemeilen verkürzt Die Gazafischereizone wurde von sechs auf drei Seemeilen verkürzt   (ANSA)

Gazastreifen: Kirche klagt unhaltbare Situation für die Menschen an

Die Lage im Gazastreifen spitzt sich für die Bevölkerung zu: Die Kirche hat die unhaltbare Situation dort kritisiert und setzt sich insbesondere für die Christen ein, die unter Druck stehen.

Es heißt, die Bevölkerung habe nur vier Stunden Strom am Tag. Wegen der Schließung der Grenzübergänge machten sich viele Menschen Sorgen, ob sie immer noch an Nahrung und Bezin kommen könnten. Das berichtet Mario da Silva, der Pfarrer von Gaza, der Narichtenagentur AsiaNews. Angestellte im Öffentlichen Dienst hätten seit Monaten kein Gehalt mehr bekommen. Glücklicherweise habe sich „die Situation unter dem Gesichtspunkt der Gewalt verbessert", so der aus Brasilien stammende Geistliche.

Die Kirche versucht vor Ort Beschäftigungsmöglichkeiten für die Menschen zu schaffen: „Wir haben ein Kulturzentrum gegründet. Dort können die Besucher Englisch lernen, Computer spielen,  sich beschäftigen", sagte der Priester. Die Pfarrei versuche auch, den Angestellten der Gemeinde zu helfen, die in den letzten Monaten kein Gehalt bekommen haben. „Jeden Monat bezahlen wir ihnen zwischen 200 und 250 Dollar, damit sie weiterarbeiten können", so da Silva.

Sanktionen gegen Warenverkehr im Gazastreifen 

 

Am Dienstag hatten israelische Medien bekanntgegeben, dass Israel seine Sanktionen gegen den Warenverkehr in den Gazastreifen verstärkt. Eine entsprechende Anordnung habe Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erteilt. Zudem werde die Gaza-Fischereizone von sechs Seemeilen auf drei verkürzt. Unterdessen kündigte Ägypten den Berichten zufolge eine erneute Schließung des Grenzübergangs Rafah ab Dienstag an. Der Schritt erfolge aus technischen Gründen.

Hamas spricht Drohung aus 

 

Die den Gazastreifen regierende Hamas kritisierte die israelischen Sanktionen und drohte in einer Stellungnahme mit „gefährlichen Folgen". Die Grenze zu schließen und das Gebiet „von den einfachsten lebensnotwendigen Bedarfsgütern" abzuschneiden, sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, erklärte Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum laut Berichten.

Bereits vergangene Woche hatte Israel den für Warenverkehr genutzten Grenzübergang Kerem Schalom in der Nähe von Rafah als Reaktion auf Angriffe mit brennenden Flugdrachen geschlossen. Humanitäre Hilfe, Lebensmittel, Medikamente sowie Treibstofflieferungen waren bisher - von Fall zu Fall - weiter zulässig.

(NDC/KNA - bw) 

18 Juli 2018, 11:39