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Demonstrationen gegen die Entfernung von vier Millionen Muslimen aus dem Bürgerregister von Assam in Kolkata am Dienstag Demonstrationen gegen die Entfernung von vier Millionen Muslimen aus dem Bürgerregister von Assam in der Stadt Kolkata am Dienstag  (AFP or licensors)

Indien: Vier Millionen Muslimen droht die Ausweisung

In Assam haben die Behörden vier Millionen Bürger aus dem Bürgerregister gelöst. Ihnen droht damit nun die Ausweisung. Kritiker sehen in dem Vorstoß einen Versuch der hindunationalistischen Regierung, die muslimische Bevölkerung zu verringern.

Bei den Betroffenen handelt es sich um Immigranten, die 1971 während des Bangladeschkrieges geflohen sind. Sie müssen nun beweisen, dass sie vor Erklärung der Unabhängigkeit Bangladeschs nach Assam gekommen oder Nachfahren von diesen Immigranten mit permanentem Wohnsitz in Indien sind.

Am Montag hatte das Bürgerregisteramt von Assam NCR eine Liste herausgegeben, in der die Namen derjenigen fehlen, die nach dem Bangladeschkrieg nach Indien eingereist sind. Nach Ansicht von Experten habe dieses Vorgehen den Zweck, die Zusammensetzung der Bevölkerung des Bundesstaates zu ändern, um der hindunationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) bei den nächsten Wahlen 2019 einen Vorteil zu verschaffen.

Besorgte Bürger belagern nun die öffentlichen Ämter, um Auskunft darüber zu erhalten, ob sie nach wie vor im Bürgerregister auftauchen. Das NCR ist das Registeramt des indischen Bundesstaates Assam. Darin enthalten sind Informationen über jeden Bürger wie Name, Nachname, Alter, Immobilienbesitz und andere Besitztümer.

In der jüngeren Vergangenheit kommt es in Indien immer wieder zu Repressalien gegen religiöse Minderheiten zugunsten der Hindu-Mehrheit der Bevölkerung.

(asianews - cs)

31 Juli 2018, 15:16