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Die US-Behörden gehen an der Grenze zu Mexiko nicht gerade sanft mit Migranten-Familien um Die US-Behörden gehen an der Grenze zu Mexiko nicht gerade sanft mit Migranten-Familien um 

USA: Bischöfe verurteilen rigorose „Null-Toleranz“-Einwanderungspolitik

Die Bischöfe der USA verurteilen die rigorosen Maßnahmen im Kontext der „Null-Toleranz“-Politik der Behörden gegenüber illegalen Einwanderern aus Mexiko. Sie wollen dagegen vorgehen, dass Migranten ohne Einreiseerlaubnis an der Grenze von ihren Kindern getrennt werden.

Die Regierung habe eigentlich die Pflicht, eine Trennung junger Kinder von ihren Eltern und damit verbundene Traumata zu verhindern, heißt es in einer Erklärung des US-amerikanischen Bischofskonferenz von dieser Woche. Darin wird die umstrittene Praxis der Familientrennung scharf verurteilt. Die Sicherung der Grenzen sei zwar wichtig, hält der Konferenz-Vorsitzende Kardinal Daniel DiNardo fest. Eine Trennung sehr junger Kinder von ihren Eltern sei jedoch „unmoralisch“ und könne darauf keine Antwort sein.

Als Reaktion und Zeichen des Protestes wollen die US-Bischöfe eine Delegation an die Grenze entsenden, die sich ein Bild von der Lage machen soll, hieß es auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz. Diese solle die Bedingungen prüfen, unter denen Kinder an der Grenze festgehalten würden. Ebenso wolle man im Rahmen des Kirchenrechtes über Konsequenzen für diejenigen nachdenken, die die umstrittene Praxis vor Ort umsetzten. 

US-Justizminister Jeff Sessions hatte die im Kontext der Grenzsicherung angewandte rigorose Praxis mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. „Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat“, sagte er bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Indiana.

Der Justizminister hatte im Mai eine „Null Toleranz"-Politik gegenüber Menschen ausgerufen, die über die mexikanische Grenze illegal ins Land kommen und noch an der Grenze einen Asylantrag stellen. Die Trennung illegal eingewanderter Eltern von ihren Kindern als „Abschreckungspolitik“ hat Washington auch von Seiten der UNO Kritik eingebracht. Die Vereinten Nationen sehen darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte.

(pm/diverse – pr)

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17. Juni 2018, 16:41