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Freilassung von Gefangenen in Masaya: es hatte viele Festnahmen bei den Demos gegeben Freilassung von Gefangenen in Masaya: es hatte viele Festnahmen bei den Demos gegeben  (AFP or licensors)

Nicaragua: Kirchenvertreter erreichen Gewaltstopp

Kirchenvertretern ist es gelungen, die Gewalt gegen Demonstranten in dem Land teils zu stoppen und die Freilassung von Gefangenen zu erwirken.

Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, seien Kardinal Leopoldo Brenes, Weihbischof Silvio Baez, der neue Papstbotschafter Erzbischof Stanislaw Waldemar Sommertag und eine Gruppe von Priestern mit dem Bus in die Stadt Mayasa im Südwesten des Landes gefahren, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. In dieser Region tobe der Widerstand gegen die Regierung seit Wochen am heftigsten.

 

Die Delegation erwirkte offenbar einen Gewaltstopp: So versicherte der örtliche Kommandant der Einsatztruppen nach Angaben von Kardinal Brenes den Stopp von Repressionen gegen die Demonstranten. Zudem sollten am Freitag (Ortszeit) - auf Basis einer mündlichen Zusage - alle Gefangenen in den von den Unruhen besonders betroffenen Städten und Gemeinden Masaya, Nindiri, Masatepe und Ticuantepe freigelassen werden, die im Zuge der Proteste festgesetzt und ins Gefängnis „El Chipote“ nach Managua gebracht wurden.  

 

Päpstlicher Nuntius ruft zu Gewaltverzicht auf

 

Der päpstliche Nuntius rief derweil die Bevölkerung auf, auf die Anwendung jeglicher Gewalt zu verzichten. Die Krise sei nur gewaltfrei zu lösen.
Trotz tagelanger Kämpfe waren am Donnerstag (Ortszeit) Tausende Menschen auf die Straßen geströmt, um die kirchliche Delegation aus der Erzdiözese Managua zu empfangen. Die Bilder der Reisegruppe in einem kleinen Bus, die lokale Medien veröffentlichten, verbreiteten sich rasend schnell in den Sozialen Netzwerken.


Auch in anderen Diözesen geht der Einsatz der Kirche für eine friedliche Lösung derweil weiter. Der Bischof von Granada, Jorge Solorzano Perez, rief zu einer Prozession für den Frieden auf. Und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) kündigte noch für den Tagesverlauf eine Erklärung zur Krise in Nicaragua an.


Seit Wochen gibt es in Nicaragua Massenproteste gegen die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega; sie fordern dessen sofortigen Rücktritt. Kirchenvertreter gaben zuletzt Demonstranten Rückzugsmöglichkeiten in Gotteshäusern, damit diese nicht Opfer von Polizeigewalt wurden. Die Bischöfe hatten ihre Vermittlungstätigkeit zwischenzeitlich abgebrochen, nachdem trotz laufender Gespräche weiter auf Demonstranten geschossen wurde.

(kna – pr)
 

23 Juni 2018, 13:29