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Vatican News
Trauer und Entsetzen nach Anschlägen in Indonesien Trauer und Entsetzen nach den Anschlägen in Indonesien   (ANSA)

Indonesien: Reaktion der Bischöfe auf die Anschläge

Nach der Anschlagsserie von Sonntag auf mehrere Kirchen in der indonesischen Stadt Surabaya hat es ein weiteres Attentat gegeben. Die Täter fuhren am Montagmorgen mit Motorrädern auf das Hauptquartier der Polizei zu und zündeten eine Bombe. Zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Polizisten; die vier Attentäter kamen bei dem Anschlag ums Leben.

Die indonesischen Bischöfe zeigten sich nach den Anschlägen schockiert und bekundeten ihre Solidarität mit den Familien der Toten und Verwundeten. Siprianus Hormat, Generalsekretär der Bischofskonferenz, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur fides: „Die Attentäter wollen die Koexistenz und den Pluralismus, das Kapital der indonesischen Gesellschaft, treffen.“ Die Bischöfe seien sehr engagiert im interreligiösen Dialog, und man denke gerade gemeinsam mit muslimischen Gelehrten über Intitativen nach, um Gewalt, Hass und Terror zu begegnen.

Hormat bekräftige, dass man zwar momentan in Angst und Spannung lebe, aber volles Vertrauen in den Präsidenten und die öffentlichen Institutionen habe. Christen ließen sich nicht einschüchtern, auch wenn in Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens im Osten Javas, am Sonntagabend alle Messen abgesagt worden seien.

Bei dem erneuten Anschlag am Montag hatte ein achtjähriges Mädchen, das die Attentäter mitgebracht hatten, schwer verletzt überlebt. Das Kind wurde nach Polizeiangaben durch die Wucht der Explosion vom Motorrad geschleudert.

Weitere Bombem in Kirchen entdeckt

 

Erst am Sonntag waren bei Selbstmordanschlägen auf drei Kirchen mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Der „Islamische Staat“ reklamierte die Tat für sich. Laut Polizeiangaben waren die Attentäter Mitglieder einer Familie und hatten Verbindungen zur Terrorgruppe Jamaah Anshar Daulah (JAD). Der Vater soll den Anschlag auf die pfingstkirchliche Gemeinde verübt haben, während sich die Mutter gemeinsam mit ihren neun und zwölf Jahre alten Töchtern in der protestantischen Kirche in die Luft sprengte. Die 16 und 18 Jahre alten Söhne seien für das Attentat auf die katholische Kirche verantwortlich.

Alexius Kurdo Irianto, Pfarrer der Kirche Maria von der unbefleckten Empfängnis, sagte gegenüber der Agentur Fides, dass die christliche Gemeinschaft keine Hassgefühle hege. Vor seiner Kirche kamen die beiden jungen Männer um, drei Gemeindemitglieder fielen dem Anschlag zum Opfer. Unter den Toten sei Aloysiuis Bayu, frisch verheiratet und Koordinator des Sicherheitsdienstes der Pfarrei. Er starb, weil er sich den beiden Attentätern in den Weg stellte. Die Explosion hätte sonst noch viel mehr Opfer gefordert, so der Pfarrer. 

Weitere Bomben entdeckte die Polizei laut Medienberichten in zwei anderen katholischen Kirchen der Hauptstadt Ostjavas.


Mahnwache gegen Terror

 

Hunderte Muslime und Christen protestierten am Sonntagabend mit einer Mahnwache in Surabaya gegen Gewalt und Terror. Auf den Transparenten stand laut Medienberichten „Keine Religion lehrt Terrorismus". Der indonesische Präsident Joko Widodo vurteilte die Attentate als „barbarisch".

Papst Franziskus hatte schon beim Regina-Coeli Gebet am Sonntag für die Opfer gebetet: der Gott des Friedens solle der Gewalt Einhalt gebieten. Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, bezeichnete die Anschläge, die gegen zum Gottesdienst versammelte Menschen gerichtet seien, als „schockierend“ und sprach den Angehörigen der Opfer sein tief empfundenes Beileid aus.

(kap/fides/ap - ck)

14 Mai 2018, 12:45