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Demonstranten gehen gegen Präsident Ortega auf die Straße Demonstranten gehen gegen Präsident Ortega auf die Straße  (AFP or licensors)

Krise in Nicaragua: Einschränkung der Hilfsarbeit

Die Unruhen in Nicaragua haben zur Einschränkung der kirchlichen und der Hilfsarbeit in dem südamerikanischen Land geführt. So hat die deutsche Bundesregierung jetzt entschieden, die Teilnehmer des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „Weltwärts“ aus Nicaragua wieder abzuziehen.

Ausschreitungen, Straßenblockaden, zahlreiche Verletzte und Tote – die Sicherheitslage in Nicaragua sei seit Mitte April prekär, berichtet Claudia Debes, Leiterin der Fachstelle „Internationale Freiwilligendienste“ in der Erzdiözese Freiburg. Viele der Hilfsprojekte etwa für Kinder könnten nicht mehr durchgeführt werden, weil es auch der Lokalbevölkerung nicht mehr möglich sei, daran teilzunehmen, so die junge Frau.


Debes steht in engem Kontakt mit den derzeit noch sechs Freiwilligen aus Deutschland. Die jungen Leute sind dabei, ihre Koffer zu packen und Nicaragua wieder zu verlassen. In den letzten Monaten sei im Land aufgrund der schwierigen Gespräche zwischen Regierung und Vertretern der Zivilgesellschaft „große Anspannung und Unsicherheit“ spürbar gewesen, so Debes.


Gegen die sandinistische Linksregierung von Präsident Daniel Ortega gibt es in Nicaragua seit etwa einem Monat massive Demonstrationen, die einen Rücktritt des Präsidenten fordern. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste waren bislang rund 80 Menschen ums Leben gekommen.

 


In der Geschichte des Weltwärts-Freiwilligendienstes sei es das erste Mal, dass es aus Sicherheitsgründen zum Rückzug der Programmteilnehmer komme, so Debes weiter: „Seit es die Fachstelle gibt, ist dies die extremste Situation, die wir gerade durchmachen. Es ist das Mal, dass es eine Komplettsperrung seitens der deutschen Regierung für ein Land gibt.“


Die Bischofskonferenz von Nicaragua hat ihre Vermittlung im nationalen Dialog zwischen Regierung und Protestgruppen derweil ausgesetzt. Grund war mangelnde Konsensfähigkeit der Konfliktparteien gewesen. Mehrere Kirchenvertreter klagten darüber, Morddrohungen erhalten zu haben.


Der Papst hatte sich vor einer Woche besorgt über die Situation in Nicaragua geäußert und sich den Bischöfen des Landes mit einem Appell zum Ende der Gewalt angeschlossen.


Ortega war bereits bis 1990 Nicaraguas Präsident gewesen. 2007 wurde er wiedergewählt und seither zwei weitere Male im Amt bestätigt, zuletzt 2016. Kritiker werfen dem Staatschef und seiner Frau - und Vizepräsidentin - Rosario Murillo Selbstbereicherung und Vetternwirtschaft vor. Nicaragua gilt als ärmstes Land auf dem amerikanischen Kontinent.

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(Erzdiözese Freiburg/Vatican News – pr)

27 Mai 2018, 10:05