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Proteste in Nicaragua Proteste in Nicaragua  (ANSA)

Nicaragua: Kardinal und Bischöfe erhalten Morddrohungen

Die Kirche versucht zwischen den Fronten der Regierung und der Bevölkerung zu vermitteln - und wird dafür bedroht. Bei Demonstrationen kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

In dem zentralamerikanischen Land haben führende Köpfe der katholischen Kirche inmitten der innenpolitischen Krise Morddrohungen erhalten. Das bestätigte Kardinal Leopoldo Jose Brenes Solorzano der Tageszeitung „La Prensa“. Ziel der Drohungen seien Bischöfe und Priester gewesen. Er selbst habe ebenfalls Drohungen auf sein Mobiltelefon erhalten, diese aber umgehend gelöscht, so Brenes weiter. Trotz der Einschüchterungsversuche werde die Kirche aber ihre Vermittlungstätigkeit zur Lösung der innenpolitischen Krise fortsetzen.

Fast achtzig Tote seit Beginn der Proteste

 

Seit gut vier Wochen gibt es in Nicaragua Massenproteste gegen die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega. Die Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warf den Sicherheitskräften vor, die Demonstrationen brutal niedergeschlagen zu haben. Seit Ausbruch der Proteste kamen 78 Menschen ums Leben, rund 800 Personen wurden verletzt. Die Gegner Ortegas fordern dessen sofortigen Rücktritt. Ortega macht seinerseits die Protestbewegung dafür verantwortlich, dass die Demonstrationen in Gewalt endeten. Er bestritt, einen Schießbefehl erteilt zu haben, und sprach von einer Kampagne gegen die Polizei. Einen Rücktritt lehnt er ab.

(kna – mg)

24 Mai 2018, 11:22