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Giacomo Dalla Torre, der neue Großmeister Giacomo Dalla Torre, der neue Großmeister  (ANSA)

Neuer Malteser-Großmeister: Dalla Torre

Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto: So heißt der neue Großmeister des Souveränen Malteserordens. Die 54 Mitglieder des Großen Staatsrates, die auf dem Aventin in Rom zusammengetreten sind, machten den 73-jährigen, bisherigen Statthalter am Mittwoch zum neuen Leiter des Ordens auf Lebenszeit.

Dalla Torre hat die Gemeinschaft seit April 2017 übergangsweise durch eine schwere Krise hindurchgeführt. Am Donnerstag wird er vor dem päpstlichen Sonderdelegaten für den Orden, Erzbischof Angelo Becciu, seinen Amtseid ablegen. Auch Papst Franziskus wurde über die Wahl des 80. Großmeisters der Malteser informiert.

Der letzte Großmeister, der Brite Matthew Festing, war Anfang 2017 auf Druck von Papst Franziskus zurückgetreten. Zuvor hatte es Turbulenzen an der Spitze des Ordens gegeben, die zeitweilig den Deutschen Albrecht Freiherr von Boeselager sein Amt als Großkanzler kosteten; er ist inzwischen rehabilitiert.

Auch der Entwurf einer neuen Verfassung für den Souveränen Malteserorden soll in dieser Woche präsentiert werden. Er stammt von einem Reformgremium unter Aufsicht von Papstdelegat Becciu; das Dokument müsse jedoch noch diskutiert werden, hieß es zuletzt. Geregelt wurde in der Verfassung bisher, dass ein Großmeister stets „aus einer altadeligen Familie“ stammen und dem „Ersten Stand“ des Malteserordens angehören muss. Dazu zählen Männer, die als sogenannte Professritter die drei Gelübde von Armut, Ehrwürdigkeit und Gehorsam abgelegt haben und dann echte Ordensleute sind im Sinne des kanonischen Rechtes. Frauen können nach der aktuellen Verfassung nicht Großmeister werden.

Orden und Völkerrechtssubjekt

 

Der Malteserorden steht in der Tradition des „Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem“, des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. Nach der Reformation spaltete sich die Gemeinschaft auf in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter.

Als katholischer Orden ist der Souveräne Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt. Gleichzeitig ist er politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Dieser Status verschafft ihm einzigartige Zugänge auf politischer und diplomatischer Ebene und soll besondere Unabhängigkeit in Konflikten ermöglichen.

(vn/kap – sk)
 

02 Mai 2018, 15:26