Suche

P. Nikodemus Schnabel zu Besuch in Rom P. Nikodemus Schnabel zu Besuch in Rom 

„Jerusalem nicht den Religions-Hooligans überlassen“

„Wenn man Jerusalem den Betern überlassen würde, dann wäre die Stadt zauberhaft und voller Harmonie.“ Das sagte der Benediktiner Nikodemus Schnabel aus der Dormitio-Abtei in Jerusalem an diesem Mittwoch bei einem Besuch in der römischen Redaktion von Vatican News. Das Problem sei, dass im Moment in der Heiligen Stadt eher „die Hooligans der Religion“ den Ton angäben. „Bei allem Politischen ist Jerusalem auch immer noch eine Stadt der Beter und derer, die sich nach Frieden sehnen“, so Schnabel.

Stefan von Kempis - Vatikanstadt

„Wenn Leute mir sagen: Religion ist das Problem!, dann sage ich ihnen: Geht mal morgens um fünf durch die Gassen von Jerusalem. Da sind ausschließlich tiefreligiöse Menschen, ausschließlich Beter unterwegs – da ist Jerusalem einfach zauberhaft schön, zum Verlieben!“

Es gebe viele Friedensinitiativen „und sehr viele Hoffnungs-Geschichten auf Grassroot-Level“, die leider keine Schlagzeilen machten, fuhr der Benediktiner fort. Plänen, Jerusalem als Hauptstadt zweier Staaten zu teilen oder aber die Stadt nur einer der beiden Seiten zuzusprechen, erteilte er eine Absage.

„Das Gesamtkunstwerk Jerusalem schützen“

„Jerusalem – eine Stadt, die über viereinhalbtausend Jahre auf dem Buckel hat und wirklich eine atemberaubende Geschichte vorzuweisen hat, der Sehnsuchtsort dreier großer Weltreligionen, sollte man, um ihren Zauber zu bewahren, nicht kleinkariert-nationalistisch verengen, sondern – und das ist ja der Vorschlag des Heiligen Stuhls – sie internationalisieren.“ Dabei gehe es darum, die Stadt „weder irgendeiner Nation zuzuschlagen noch nach Interessengebieten aufzuteilen“: Das „Gesamtkunstwerk“ Jerusalem „als solches“ müsse geschützt werden.

Hier können Sie das ganze Gespräch hören.

Pater Nikodemus hat an diesem Mittwoch an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilgenommen und dabei auch kurz mit Papst Franziskus gesprochen.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

23. Mai 2018, 13:47