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Beistand für Frauen will Irlands Kirche verbessern - und zwar um Abtreibungen künftig besser zu verhindern Beistand für Frauen will Irlands Kirche verbessern - und zwar um Abtreibungen künftig besser zu verhindern  (ANSA)

Irischer Bischof: Kirche hätte Abtreibungswilligen besser beistehen können

Nach dem ernüchternden Ergebnis des Abtreibungs-Referendums in Irland sieht Irlands Kirche mehr Handlungsbedarf bei der kirchlichen Unterstützung von Schwangeren. Um dem „Abtreibungs-Tourismus“ ins Nachbarland vorzubeugen und den Frauen Alternativen zur Abtreibung aufzuzeigen, hätte auch Irlands Kirche mehr tun können, räumte der irische Bischof Kevin Doran im Interview mit Vatican News ein.

Mario Galgano und Bernadette Reis – Vatikanstadt

Sicher – die Enttäuschung der Kirche über das Referendum, mit dem in Irland eine Legalisierung von Abtreibung möglich wird, sei groß, bekräftigte der Vorsitzende der bischöflichen Bioethik-Kommission Kevin Doran im Gespräch mit uns. Doch nicht nur das Resultat der Abstimmung sei ein Misserfolg gewesen.

„Da müssen wir ehrlich sein: Meiner Meinung nach ist der Grund für die Annahme der Liberalisierung von Abtreibung darauf zurückzuführen, dass in den letzten 35 Jahren vielleicht 50.000 Frauen aus Irland nach Großbritannien gereist sind, um dort ihr Kind abzutreiben. Das heißt also, dass schon viele irische Familie dieses Phänomen kannten und direkt betroffen waren. Und da sagt man dann schnell, wenn man es dort machen kann, wieso dann nicht auch bei uns.“

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Alternativen zu Abtreibung aufzeigen

 

Dies sei als Niederlage auch für die Kirche zu interpretieren, führt der Bischof aus: sie habe es nicht geschafft, gerade diesen Betroffenen beizustehen: „Denn die beste Antwort für die Ungeborenen wäre es gewesen, ihren Eltern moralisch und auf praktische Weise zu helfen. Damit hätten wir aufzeigen können, dass Abtreibung nicht zwingend die Wahl dieser Frauen hätte sein müssen.“

Bischof Doran bemängelt weiter die Haltung der Parteien in seinem Land. Er sei dankbar dafür, dass sich viele Iren für die Argumente des Lebensschutzes eingesetzt hätten. Allerdings hätten Lebensschützer in Irland einen schweren Stand und kaum politische Vertretung:

„Wir müssen daran erinnern, dass diese Bürger keine politische Unterstützung erhielten. Nur ein oder zwei Parlamentarier äußerten sich gegen eine Liberalisierung von Abtreibung und haben unsere Haltung unterstützt.“

Mit dem Referendum rutsche Irland in Punkto Abtreibung von einem Extremen ins andere – nämlich von einem der restriktiven Abtreibungsgesetze zu einem der liberalsten in Europa, so der Bischof. Das Referendum zur Streichung des Lebensschutzartikels aus der Verfassung hat in Irland den Weg dahin geebnet; ein entsprechendes Gesetz, das Abtreibung bis zur 12. Woche legalisiert, soll noch bis Ende des Jahres verabschiedet werden.

29 Mai 2018, 13:52