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Junge BJP Aktivisten auf einer Wahlparty in Indien Junge BJP Aktivisten auf einer Wahlparty in Indien  (AFP or licensors)

Indien: Bischöfe distanzieren sich von gefälschtem politischen Schreiben

Einen seit Mittwoch in sozialen Netzwerken kursierenden, politisch aufgeladenen Brief, bezeichnen die katholischen Bischöfe des Landes als Trick vor den Wahlen im südindischen Bundesstaat Karnataka.

In einem zweiseitigen Schreiben, das angeblich vom Vorsitzenden der indischen Bischofskonferenz, Kardinal Oswald Gracias, stammt und an den Bischof von Bangalore gerichtet sein soll, wird behauptet, dass die Kirche die Anerkennung der Lingayat-Gemeinschaft als separate Minderheitsereligion wünsche.

Die Fälschung führt dazu, dass führenden Kirchenvertretern Indiens vorgeworfen wird, sie wollten die hinduistische Gemeinschaft des Landes kurz vor den wichtigen Wahlen spalten. Der Urnengang in Karnataka an diesem Samstag wird als Vorläufer der nationalen Wahlen im April 2019 angesehen und als Gradmesser für die Beliebtheit der BJP und von Premierminister Narendra Modi.

Für die momentan regierende, rivalisierende Kongresspartei, ist ein Wahlsieg in Karnataka essentiell, um für die nationalen Wahlen im Rennen zu bleiben.

Die Lingayats, ein Zweig des Hinduismus, machen schätzungsweise 17 Prozent der 66 Millionen zählenden Bevölkerung Karnatakas aus und dominieren 100 der 224 Wahlkreise. Traditionell unterstützen sie die hindunationalistische Bharatiya Janata Partei (BJP), die Ende März auch die Wahlen zur zweiten Parlamentskammer dominiert hatte.

Das Schreiben hatte Gracias fälschlicherweise als Generalsekretär der Bischofskonferenz bezeichnet, was zeigt, dass die Schreiber die Kirchenvertreter noch nicht einmal richtig kennen. Offizielle Kirchenvertreter kündigten rechtliche Schritte gegen Verbreiter und Texter der Fälschung an.

(ucanews - ck) 
 

11 Mai 2018, 15:45