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Fake Pope - die Falschmeldungen über Papst Franziskus Fake Pope - die Falschmeldungen über Papst Franziskus 

„Fake Pope": Lügen über Franziskus in einem Buch aufgeblättert

Zwei italienische Journalisten haben ausgewählte Falschmeldungen über Papst Franziskus durchleuchtet. Ihr Buch „Fake Pope“ erscheint an diesem Freitag. Wir sprachen mit einem der beiden Autoren.

Gudrun Sailer und Luisa Urbani – Vatikanstadt

Das Buch von Nello Scavo und Roberto Beretta sammelt 80 der wichtigsten Lügen mit Papst-Bezug und widerlegt sie Punkt für Punkt. So geht es um Bergoglios Beziehungen zu den Diktaturen Lateinamerikas und der Freimaurerei, das angeblich manipulierte Konklave, Vorwürfe der Häresie, verfehlte Ernennungen, die Beziehungen des Papstes zur Kurie, bestimmte Fehltritte und Schnitzer und anderes mehr.

„Wir haben“, erklärt Nello Scavo, „die Nachrichten ausgewählt, die uns am interessantesten erschienen, von der Zeit der argentinischen Diktatur bis zur Gegenwart. Wir haben sie einzeln ausgesucht und durch Klarstellungen, Recherche und Befunde überprüft. Anschließend haben wir eine Logik rund um die Fake-News mit Papstbezug gesucht. Dabei haben wir gesehen, dass einige dieser Enten spontan in die Welt kommen und sich verbreiten, andere aber einer sehr präzisen Regie folgen, die den Papst gezielt in Verruf bringt".

“ Wir haben gesehen, dass einige dieser Enten spontan in die Welt kommen, andere aber einer sehr präzisen Regie folgen, die den Papst gezielt in Verruf bringt ”

Als Beispiel verweist Scavo auf Vorwürfe gegen den Papst, er sei inkompetent auf den Gebieten Wirtschaft und Ökologie. „Hier haben wir Verbindungen zu Interessensgruppen recherchiert, die sich klar bedroht fühlen von der Botschaft von Papst Franziskus“, so der Autor. Nicht wenige Fake News über den Papst entstünden übrigens im Ausland.

Ebenfalls im Buch vertreten sind gefälschte Papst-Fotos. Eines davon zeigt Franziskus, wie er am Abend seiner Wahl zum ersten Mal auf der Mittelloggia von St. Peter erschien. Zwei nachträglich eingebastelte Hörner-Schatten über dem Kopf des Papstes verleihen dem neuen Bischof von Rom eine teuflische Aura. „Dieses Bild hat die Runde im ganzen Web gemacht, viele hielten es für echt“, erklärt Scavo. „Wir haben aber das Original gefunden - ohne Schatten. Andere Fake-Bilder betreffen das Feld der Diplomatie, etwa vom Treffens des Papstes mit der iranischen Führung. Da wurden Fotos im Internet verbreitet, verbunden mit der Behauptung, der Vatikan habe Angst gehabt, einige Kunstwerke zu zeigen, um das Regime im Iran nicht zu verstören. Die Wirklichkeit war aber anders.“

Einige der Fakes könnten durchaus zum Lachen bringen und wirkten wie Kleinigkeiten, sagt der Vatikanist. „Aber wenn man alle zusammennimmt, geben diese Fakes einen Eindruck von den nicht bloß medialen Attacken, denen Franziskus und seine Botschaften ausgesetzt sind."

20 Euro für lauter Fakes

 

„Fake Popeˮ ist bei den Edizioni San Paolo erschienen und kostet 20 Euro. Nello Scavo hat vor einigen Jahren bereits über Bergoglios Rolle in der argentinischen Militärdiktatur ein Buch vorgelegt, in dem er nach aufwändigen Recherchen in Argentinien zu dem Schluss kommt, diesbezügliche Anschuldigungen gegen den heutigen Papst seien verfehlt.

(Vatican News – gs)

25 Mai 2018, 10:46