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In El Salvador wird der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder von sechs Jesuiten und zwei weiterer Personen neu aufgerollt In El Salvador wird der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder von sechs Jesuiten und zwei weiterer Personen neu aufgerollt  (AFP or licensors)

El Salvador: Wiederaufnahme des Prozesses gegen das Massaker an den Jesuiten

Fast 29 Jahre nach der Ermordung von sechs Jesuiten und zwei Mitarbeitern, am 16. November 1989, scheint die Justiz in El Salvador bereit, den Fall neu aufzurollen. Anscheinend ist dies die Entscheidung eines Richters aus San Salvador, der Hauptstadt, der den Prozess gegen einige Verdächtige des Massakers wieder aufnehmen will.

Arnau Baulenas ist Rechtsanwalt und Koordinator des Menschenrechtsinstitutes der Zentralamerikanischen Universität (IDHUCA), jener Organisation, die die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragte. Ihm zufolge ordnete das Gericht an, dass die Organisation der Staatsanwaltschaft den Fall präsentieren solle, um die erste Anhörung zu planen.

In der Nacht vom 16. November 1989 ermordeten Angehörige der Atlacatl-Battalion-Miliz den spanisch-salvadorianische Priester Ignacio Ellacuría, Rektor und prominenter Verteidiger der Theologie der Befreiung, als Teil einer militärischen Offensive in San Salvador, auf dem Campus seiner Hochschule. Zugleich starben weitere Priester durch die Hand derselben Terroristen: der Spanier Ignacio Martín Baró, der damalige Vizerektor, Segundo Montes, Amando Lopez, Juan Ramon Moreno und der salvadorianischen Priester Joaquin Lopez sowie die Hausangestellte Elba Ramos und ihre Tochter Celina.

 

Nach einem neuen Antrag kann eine erste Anhörung stattfinden

 

„Der Richter ordnete an, dass die Staatsanwaltschaft einen neue Antrag stellt. Nach dessen Einreichung wird die erste Anhörung eröffnet, dem Start des Prozesses", sagte Arnau Baulenas. Weiter erklärt er, die Staatsanwaltschaft müsse das Urteil des Verfassungsgerichts des Obersten Gerichtshofs abwarten, um das Amnestiegesetz von 1993 aufzuheben.

Das Gericht habe die „absolute Nichtigkeit“ der Resolution aus dem Jahr 2000 erklärt, wodurch sechs Militärs und der ehemalige Präsidenten Alfredo Cristiani (1988-1994) freigestellt wurden.

Im November 2017 beantragte die IDHUCA die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen die „geistigen Verursacher“ des Mehrfachmordes.

Die angeklagten Mitglieder des Militärs sind pensionierte Generäle. Einer von ihnen ist bereits verstorben, ein anderer in Spanien für seine Verbrechen angeklagt. Alle gehören einer Generation von Offizieren der Militärschule an, die als „Die Tandona“ bekannt sind. Sie haben das Militär während des Bürgerkrieges (1980-1992) mit der Strategie der „verbrannten Erde“ zur Bekämpfung Aufständischer befehligt.

Der ehemalige Rektor der UCA und der aktueller Direktor der IDHUCA, Jose Maria Tojeira, erklärte, dass dieser Antrag auf Wiedereröffnung die „tatsächlichen Täter“ nicht berücksichtigt, gemäß einer „Simulation des Urteils“ aus dem Jahr 1992. Danach wurden zwei Soldaten zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

(cath.ch – nv)

25 April 2018, 16:31