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Ein Plädoyer gegen Waffen hielt Erzbischof Ivan Jurkovič am Montag in Genf Ein Plädoyer gegen Waffen hielt Erzbischof Ivan Jurkovič am Montag in Genf  (ANSA)

Vatikan-Plädoyer für eine Welt ohne Waffengewalt

Internationale Sicherheit und Frieden lassen sich am besten durch eine Kultur des Dialogs und der Kooperation erreichen, nicht durch Waffengewalt – das betonte der Vatikandiplomat und Erzbischof Ivan Jurkovič in einer Rede vor einer Gruppe von Regierungsexperten für tödliche autonome Waffen.

Bereits zum fünften Mal in Folge waren die tödlichen autonomen Waffen ein Thema bei der Versammlung von Regierungsexperten. Diese trafen sich am Montag in Genf. Bei der Versammlung hielt Erzbischof Ivan Jurkovič, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, eine Rede.

In dieser hob er hervor, dass der Heilige Stuhl Verständnis dafür habe, dass es nicht einfach sei, die Schwierigkeiten und Widerstände, die die Verwendung autonomer Waffensysteme mit sich brächte, vorauszusehen und vollständig zu verstehen. Sie veränderten jedoch die Art der Kriegsführung vollkommen und leisteten einen Beitrag dazu, Kriege noch unmenschlicher zu machen. Das wiederum werfe die Frage nach der Menschlichkeit unserer Gesellschaften auf, so Jurkovič in seiner Ansprache.

Der Vatikan-Diplomat erklärte, bewaffnete Interventionen müssten immer vorsichtig abgewogen werden, wobei die Entscheidenden die Legitimität, Legalität und Konformität mit seinem Nutzen sorgfältig unter ethischen Gesichtspunkten abwägen müssten. Dies seien Entscheidungen, die so differenziert zu betrachten seien, dass man sie nicht einer Maschine überlassen könne. Eine Maschine, so der 65-Jährige, könne mit solch moralischen Zwickmühlen nicht umgehen. Jurkovič weiter: „Mit anderen Worten: Jedwede Technologie – tödliche, autonome Waffen mit eingeschlossen – müssen kompatibel und konsistent mit der Auffassung der menschlichen Person sowie den Grundlagen von Recht und Ethik sein, wenn sie akzeptabel sein wollen.“

Er bezog sich bei seiner Rede auch auf Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika „Laudato Si“ geschrieben hatte, dass die menschliche Freiheit in der Lage sei, die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher sei.

(pm – nv)

10 April 2018, 14:28