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Training zur Rettung von Migranten im Mittelmeer Training zur Rettung von Migranten im Mittelmeer  (ANSA)

Katholische Juristin: „Mitleid muss in alle Richtungen wirken“

Die Botschaft der Hoffnung und des Mitleids von Papst Franziskus kann helfen, der wachsenden Angst vor Migranten und der Sorge um Sicherheit zu begegnen. Das sagt die neue Präsidentin der Internationalen Katholischen Migrantenkommission, Anne Gallagher.

Über Heiligkeit im Alltag schreibt Papst Franziskus in seinem neuesten lehramtlichen Text, Gaudete et exsultate. Er bricht eine Lanze für die Verteidigung der Menschenwürde, besonders der Armen, der Ausgegrenzten und der Unterprivilegierten. Anne Gallagher hält das für einen wichtigen Weckruf in unserer Zeit.

 „Wir haben Glück, dass wir in Papst Franziskus eine moralische Stimme von diesem Gewicht haben, die Leadership verkörpert und Mut macht und die internationale Gemeinschaft bestärkt. Ich glaube, das macht einen riesigen Unterschied“, sagte die australische Juristin im Gespräch mit Vatican News. Gallagher ist spezialisiert auf Menschenrechte und Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und darüber hinaus eine anerkannte Fachfrau für internationales Recht bezüglich Menschenhandel.

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Gallagher zufolge ist die päpstliche Botschaft eine Botschaft der Hoffnung und des Mitleids, die heute sehr gebraucht wird. Sie merkt aber an: „Mitleid muss in alle Richtungen wirken, und es muss sich an alle richten.“ Mit Blick auf die Wahlerfolge von Politikern, die für eine Anti-Einwanderungspolitik stehen, sagt die Präsidentin der Internationalen Katholischen Migrantenkommission: „Es ist wichtig für uns zu verstehen, woher die Angst kommt. Wir müssen verstehen und auch wertschätzen, dass Menschen Sorgen über ihre Gesellschaft und die Zukunft ihrer Kinder haben.“

Die katholische Kirche könne „in einen echten Dialog mit ihren Mitgliedern und auch mit der größeren Gemeinschaft eintreten, so dass diese Ängste offen und ehrlich zur Sprache kommen können“, so Gallagher. Sehr viele Regierungen kämpften derzeit damit, nationale Sicherheitsbelange und Migration auszubalancieren.

In den vergangenen 50 Jahren habe es eine echte Entwicklung des internationalen menschenrechtlichen Rahmenwerks gegeben, das die Integrität der menschlichen Person anerkenne und von den „unveräußerlichen Rechten“ spreche, die Regierungen allen Menschen auf ihrem Territorium zugestehen müssen. Das sei ein großer Schritt vorwärts gewesen. Wenn aber widersprüchliche Interessen im Spiel seien, sei es an der Kirche, Mut und Führungsstärke zu zeigen.

(Vatican News - gs)

11 April 2018, 13:18