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Traditionelle indonesische Tänzerinnen Traditionelle indonesische Tänzerinnen  (AFP or licensors)

Indonesien: Radikale Muslime werfen prominenter Bürgerin Blasphemie vor

Der Vortrag eines Gedichtes bei einer Modenschau hat einer indonesischen Prominenten eine Anklage wegen Blasphemie eingetragen.

Nach Ansicht des Verbandes radikaler Muslime „Islamic Defenders Front” beleidigte die lyrische Schöpfung den Islam, weil ein Vers daraus das traditionelle indonesische Haarband als schöner rühmt als den muslimischen Schleier Hijab.

Sukmawati Soekarnoputri, die Tochter des ersten indonesischen Präsidenten Sukarno, entschuldigte sich öffentlich für das Rezitieren des Gedichts, wie asianews berichtet. Sie sei selbst Muslimin und habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen. Der Muslimverband erklärte, er werde seine Anklage wegen Blasphemie nicht zurückziehen. Das beanstandete Gedicht „Ibu Indonesia” (Mutter Indonesiens) stelle traditionelle indonesische Gebräuche über jene des Islam. Soekarnoputri hatte das Poem bei einem Event zu Ehren einer christlichen Modeschöpferin vorgetragen.

Die „Islamic Defenders Front” hatte seinerzeit auch den damaligen christlichen Gouverneur Jakartas Basuki Tjahaja Purnama der Blasphemie angeklagt. Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt und nicht begnadigt, obwohl ein Gericht später einen muslimischen Aktivisten für die Fälschung des Beweismittels schuldig sprach.

Indonesien, das Land mit den meisten Muslimen der Welt, galt lange Zeit als Vorbild für das konfliktfreie Zusammenleben der Religionen. In den vergangenen Jahren verzeichnen Beobachter eine zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft.

(asianews – gs)

05 April 2018, 16:35