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Rotes Kreuz in Ost-Ghouta Rotes Kreuz in Ost-Ghouta  (ANSA)

Syrien: Franziskaner beklagen Dschihadistenterror

Erstmals ist ein Hilfskonvoi in die belagerte syrische Rebellenenklave Ost-Ghouta gelangt. Auf die seit Wochen andauernden pausenlosen Granaten- und Raketenangriffe der Rebellen auf die christlichen Viertel von Damaskus weisen laut Stiftung „Pro Oriente“ an diesem Montag syrische Bischöfe und Kirchenverantwortliche hin.

Der Konvoi mit Hilfsgütern der UNO und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) traf am Montag in der belagerten Region bei Damaskus ein, wie die UNO mitteilte. Laut WHO wurden von den syrischen Behörden aber wichtige medizinische Hilfsgüter blockiert. Kirchliche Organisationen wiesen demgegenüber auf die gezielt gegen die christliche Infrastruktur gerichteten Attacken der Rebellen hin.

„Pro Oriente“ zitierte in einer Aussendung den Franziskaner Bahjat Elia Karach mit den Worten: „Die Christen fühlen sich verlassen und frustriert, weil sich niemand um das kümmert, was in den christlichen Vierteln auf Grund des ständigen Beschusses vorgeht. Als christliche Gemeinschaft können wir nichts anderes tun als beten und so vielen Menschen wie möglich konkrete Hilfe leisten, ohne auf Religionsbekenntnis oder Ethnie zu schauen, wie das auch Papst Franziskus verlangt, der als einziger ,Leader' in der Welt Frieden für Syrien fordert.“

Am 1. März hätten in der Umgebung des Franziskanerklosters im Bezirk Bab Touma 13 Raketen eingeschlagen, „alle punktgenau zu dem Zeitpunkt, an dem die Kinder und Jugendlichen aus den Schulen kommen“. Die Absicht, Kinder und Jugendliche zu treffen, sei offensichtlich gewesen, so Karach.

Der maronitische Erzbischof von Damaskus, Samir Nassar, hob in einem Hirtenwort hervor, dass die Intensität der Kämpfe „nicht nur die von den Dschihadisten als Geiseln genommene Zivilbevölkerung von Ost-Ghouta“ betreffe. So habe sich landesweit der Exodus besonders unter Jugendlichen und Männern beschleunigt, sodass es bereits spürbaren Arbeitskräftemangel trotz der schlechten Wirtschaftslage gebe. Die Syrer seien heute ein „Volk der Armut, das von Zuwendungen und Bettelei leben“ müsse. 80 Prozent der im Gesundheitswesen Tätigen – „darunter die meisten Ärzte“ - hätten das Land verlassen. Das führe dazu, dass 60 Prozent der Verwundeten und Verletzten sterben.

Den großen internationalen Presseagenturen zufolge haben die Regierungstruppen bereits ein Drittel der letzten großen Rebellenenklave unter ihre Kontrolle gebracht. Unterdessen forderte der UNO-Menschenrechtsrat in Genf eine dringende Untersuchung der jüngsten Angriffe und Bombardierungen in Ost-Ghouta.

(kap/pm – mg)

05 März 2018, 14:25