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Christen bei einer Messe in Baghdad Christen bei einer Messe in Baghdad  (AFP or licensors)

Baghdads Weihbischof : „Unser Leid ist für die Christen der Welt da”

„Ostern steht kurz bevor, aber von hier aus sieht man nur den Kalvarienberg.“ Den Worten von Shlemon Warduni, Weihbischof von Bagdad, nach gibt es aber nicht nur Schmerz: „Auch im Leid gibt es Freude, von Christus, der für unsere Erlösung gelitten hat. Wir beten, weil im ganzen Nahen Osten, nicht nur im Irak oder in Syrien, Ostern eine Quelle der Freude ist.“

Ghouta, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Batnaya, Mosul, Afrin, Gaza und viele andere Orte, die in den Jahren des Krieges in Syrien viel Zerstörung und Leid gesehen haben. Shlemon Warduni, Weihbischof von Bagdad, zählt sie gegenüber dem Nachrichtenportal SIR auf. „Sie sind die Golgota-Hügel des Nahen Ostens von heute, die Orte der Passion der Christenheit und auch der nicht-Christen. Berge des Leidens, die es täglich zu erklimmen gilt, auf der Suche nach ein bisschen Licht, ein bisschen Einfachheit, um irgendeinen Grund zu finden, trotz der Zerstörung und des Leids zu überleben. Ostern steht uns bevor, aber von hier sieht man nur den Kalvarienberg.“ Doch Warduni sieht dennoch Hoffnung, weil es eben auch Freude in dem Leiden gäbe, das Christus für die Menschen erlitten habe.

„Wir beten, dass Ostern im ganzen Nahen Osten, nicht nur im Irak oder in Syrien, eine Quelle der Freude ist.“ Der einzige Weg nun bestehe darin, die eigenen Leiden mit den Leiden Jesu zu verbinden. Da lässt sich Warduni auch nicht davon beirren, dass es immer weniger Christen gibt, dass Kriege, Verfolgungen und Diskriminierung sie voneinander trennen, sie gezwungen haben, zu flüchten, ihre Häuser zu verlassen, ohne zu wissen, ob sie eines Tages zurückkehren werden.

 

“ Das Ziel ist nicht Golgota, sondern das leere Grab. ”

 

Darum „beten wir, darum für das Leiden offen zu sein, um unseren Glauben zu vermehren, die einzige Kraft, die uns mit Christus in Erwartung des Heils leiten kann. Sonst werden wir alles verlieren. Für uns bedeutet Ostern, sich nach Jesus auf dem Weg nach Golgatha zu machen und wie er das Kreuz zu tragen. Das Ziel ist nicht Golgota, sondern das leere Grab.“ In Gedanken sei er bei seinen syrischen Brüdern, mit denen er Krieg und Leid teile.

Für den Bischof von Bagdad wird dies die Intention des Gebetes sein, das während der Ostertage gebetet wird – in den Mahnwachen und Messen in den halbzerstörten und wiederhergestellten Gebäuden. Aber es gibt auch konkrete Gesten, die der „Glaube an die Auferstehung“ den Christen dieser Länder abverlangt: So seien die Wahlen in Ägypten, dem Libanon und dem Irak eine Chance für die Christen, ihren Wunsch zu zeigen, zum Wiederaufbau ihrer Länder beizutragen.

(sir– nv)

31 März 2018, 13:20