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Eine Demonstration im Zentrum von Buenos Aires Eine Demonstration im Zentrum von Buenos Aires  (AFP or licensors)

Argentinien: Kirche händigt Taufscheine aus

Die katholische Kirche wird einem Richter mehr als hundert Taufscheine aushändigen. Damit geht sie auf Forderungen von Menschenrechtsaktivisten ein.

Die Zertifikate betreffen Taufen in der Kapelle einer Ausbildungsstätte der Marine, die während der Zeit der Militärdiktatur (1976-83) als geheimes Folterzentrum diente. Aktivisten erhoffen sich Aufschluss darüber, was mit Kindern geschah, die politischen Häftlingen weggenommen wurden.

Viele dieser Kinder wurden später illegal zur Adoption freigegeben und häufig von Soldatenfamilien adoptiert. Menschenrechtler gehen davon aus, dass die biologischen Eltern dieser Kinder in den meisten Fällen umgebracht wurden.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass die Kirche alles nur Mögliche tun sollte, um zu Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit beizutragen“, heißt es in einem Statement der Argentinischen Bischofskonferenz. Die „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, die in den Jahren des „staatlichen Terrors“ verübt wurden, seien „schwerwiegend“.

Der Papst hatte darum gebeten

 

Die Bischöfe verschweigen nicht, dass sie mit ihrer Entscheidung einer Bitte des Papstes nachkommen. In dem Marine-Zentrum in Buenos Aires wurden zur Zeit der Militärdiktatur etwa 5.000 Dissidenten festgehalten; nur wenige haben überlebt.

Der Verband der „Großmütter von der Plaza de Mayo“ spricht von etwa 500 Kindern, die ihren Eltern weggenommen und zur Adoption freigegeben worden seien. 127 dieser Kinder – mittlerweile sind sie erwachsen – konnten herausfinden, wer ihre biologischen Eltern waren. Diese 127 Taufscheine wird die Kirche einem Richter aushändigen.

(reuters – sk)
 

07 März 2018, 10:56