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Proteste gegen das Holocaust-Gesetz Proteste gegen das Holocaust-Gesetz  (ANSA)

Polen: Primas ruft zum Dialog mit Israel auf

Der katholische Primas, Erzbischof Wojciech Polak, hat in der polnisch-israelischen Krise um ein „Holocaust-Gesetz“ zu Besonnenheit aufgerufen.

„Ich denke, es ist große Sensibilität für unsere Koexistenz nötig“, sagte der Erzbischof von Gnesen der polnischen Nachrichtenagentur KAI. Der Dialog dürfe nicht „gedankenlos unterbrochen“ werden. Die Krise zeigt nach Einschätzung Polaks, wie stark auf beiden Seiten die Überzeugungen seien, die gegenseitiges Verständnis verhinderten. Als Christ habe er aber immer die Hoffnung, dass eine solche Situation zu einer Vertiefung und zu etwas Neuem beitragen könne, wenn man sich gegenseitig zuhöre und gemeinsam nach Lösungen suche. „Als Gläubige, Juden und Christen, ist es unsere Aufgabe, für Versöhnung und Dialog zwischen uns zu beten“, so der Primas.

Die Regierungen Polens und Israels streiten über ein vom Parlament in Warschau verabschiedetes Gesetz. Es sieht neben Geldstrafen auch bis zu drei Jahre Haft vor, wenn jemand unter anderem „öffentlich und entgegen den Fakten“ dem polnischen Volk oder Staat die Verantwortung oder Mitverantwortung für von Nazi-Deutschland begangene Verbrechen zuschreibt. Kritiker befürchten, die neue Vorschrift werde Holocaust-Überlebende und Forscher hindern, an die Beteiligung von Polen am deutschen Völkermord an den Juden zu erinnern.

(kna – mg)

09 Februar 2018, 12:22