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Jerusalem Jerusalem  (AFP or licensors)

Melkiten wählen Jordanier zum Erzbischof für Jerusalem

Die griechisch-katholische melkitische Synode hat Erzbischof Jassir Ayyash (62) zum Patriarchalvikar für Jerusalem gewählt. Das berichteten arabischsprachige Medien am Freitagabend.

Der 62-jährige Jordanier folgt auf den ägyptischen Erzbischof Joseph Jules Zerey (76), der von 2008 bis 2018 als Apostolischer Vikar für Jerusalem amtierte. Als Vertreter der Melkiten an der Jugendsynode in Rom wurde der Erzbischof von Akko, Haifa, Nazareth und ganz Galiläa, George Wadih Bakouni, gewählt.

Der Basilianermönch Ayyash, 1955 im nordjordanischen Shatana bei Irbid geboren, studierte Theologie und Bibelwissenschaften im Libanon und in Rom. 1987 wurde er in Amman zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Pfarreien und Schulen in Amman und Jerasch wurde er 2007 als erster Jordanier zum melkitischen
Erzbischof der ganz Jordanien umfassenden Erzdiözese Petra und Filadelfia (31.000 Katholiken) mit Sitz in Amman gewählt. Im April 2015 legte er sein Amt vorzeitig nieder.

Der mit Rom verbundenen melkitischen Kirche gehören laut der Stiftung Pro Oriente rund 1,6 Millionen Christen an; etwa die Hälfte lebt in Auslandsgemeinden in Brasilien, Argentinien und Australien. Zum Patriarchen auf Lebenszeit wählte die Synode im Juni 2017 den Syrer Joseph Absi (71). Zur Jerusalemer Eparchie gehören laut dem scheidenden Zerey neben der Kathedrale Unserer Lieben Frau der Verkündigung in Jerusalem sieben Pfarreien, sechs Ordenshäuser, zwei Schulen und ein Kindergarten in Israel, dem Westjordanland und dem Gazastreifen.

Weitere Themen der Synode unter Vorsitz von Patriarch Absi waren laut Berichten die anhaltende Abwanderung von Christen, die Seelsorge in der Diaspora sowie die Sicherheitslage in Nahost und insbesondere in Syrien. Der seit Jahren anhaltende Krieg habe zu Zerstörung und einer Verschlechterung der dortigen Lage geführt und Menschen zur Abwanderung gedrängt.

Die Synodenteilnehmer forderten die internationale Gemeinschaft zu einer ernsthaften Intervention auf, um Sicherheit, Frieden und Wohlstand in der Region wiederherzustellen und angemessene Lösungen für die Rückkehr von Vertriebenen zu finden. Auch die Lage im von Israel besetzten Westjordanland und die sich verschlechternde Wirtschaftslage in der gesamten Region stelle eine schwere Belastung für die Menschen dar.

(kna/pro oriente - mg)

10 Februar 2018, 16:53