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Vatican News
Der Marsch für das Leben in Washington DC Der Marsch für das Leben in Washington DC  (2018 Getty Images)

USA: Trump grüßt Teilnehmer am Marsch für das Leben

Ronald Reagan hat es getan, George H. W. Bush und dessen Sohn George W. Bush. Diese drei US-Präsidenten wandten sich per Telefon oder Erklärung an die „Pro-Life“-Bewegung, die seit jenem Tag für das Leben auf die Straße geht, an dem der Oberste Gerichtshof der USA so gut wie alle Restriktionen für Schwangerschaftsabbrüche aufhob.

Das war im Jahr 1973. Seitdem marschieren die Anhänger der Lebensschutzbewegung rund um den Jahrestag von der National Mall, der Nationalpromenade in Washington, zu den Stufen des Supreme Courts.

Der 45. Präsident der USA wandte sich beim 45. „March of Life“ als erster Bewohner des Weißen Hauses direkt und live an die mehreren hunderttausend Demonstranten. „Unter meiner Regierung werden wir immer das allererste Recht in der Unabhängigkeitserklärung verteidigen. Und das ist das Recht auf Leben“, rief Trump den Demonstranten vom Rosengarten des Weißen Hauses per Satelliten-Schalte zu. „Ihr liebt eure Familien, Ihr liebt eure Nachbarn und Ihr liebt jedes Kind - geboren und ungeboren“, so Trump zu den Teilnehmern des Marschs. „Weil Ihr glaubt, dass jedes Leben heilig und jedes Kind ein kostbares Geschenk von Gott ist.“

 

Kehrtwende Trumps im Wahlkampf

 

Trump selbst hatte lange Zeit die Ansicht vertreten, über Schwangerschaftsabbrüche sollten allein die betroffenen Frauen entscheiden. Im Wahlkampf änderte er seine Haltung dazu deutlich - nach Ansicht zahlreicher Beobachter mit Blick auf religiös konservative Wähler vor allem aus dem Lager der Evangelikalen. Seitdem positioniert sich Trump als „Champion für das Leben“. Wie andere republikanischen Präsidenten zuvor beendete er die staatliche Finanzhilfe für Organisationen, die im Ausland mit US-Steuergeldern den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen unterstützen.

Der Präsident will sich nach eigenen Worten dafür einzusetzen, Abtreibungen ab der 20. Schwangerschaftswoche unter Strafe zu stellen. Abtreibungen danach seien falsch. „Das muss sich ändern“, erklärte Trump unter Beifall der Teilnehmer des Marsches, der von der katholischen Kirche unterstützt wird.

Manche Demonstranten erklärten, sie stimmten mit Trump nicht in allen Punkten überein, aber er sei schon der richtige Mann im Kampf gegen das „größte moralische Übel der Zeit“, die Abtreibung. Nach Berechnungen der „March-for-Life“-Aktivisten sind seit der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs 1973 in den USA rund 59 Millionen Föten abgetrieben worden.

 

 

Am Vorabend der Demonstration unter dem Motto „Love saves Lives“ (Liebe rettet Leben) hatte Trump Maßnahmen angekündigt, die Ärzte, Krankenschwestern und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens davor schützen, gegen ihren Willen an Abtreibungen teilzunehmen. Damit werde das Recht auf Religionsfreiheit untermauert, so Trump. Er kam somit einer zentralen Forderung aus dem evangelikalen, aber auch dem katholischen Spektrum entgegen. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Protesten religiöser Ärzte, Krankenschwestern oder Pfleger gekommen, die von ihren Arbeitgebern gegen ihre moralischen Überzeugungen zur Teilnahme an Abtreibungen oder Geschlechtsumwandlungen gezwungen werden sollten.

Trotz Trumps deutlicher Worte gegen Abtreibung sind viele „Pro-Life“-Aktivisten mit den politischen Fortschritten zur Reduzierung der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche jedoch nicht zufrieden. Viele machen dafür den Senat verantwortlich. Dessen Mitglieder hätten „Angst, mutig zu sein“, so die Präsidentin des „March for Life“, Jeanne Mancini. Dieser Vorwurf trifft auch einen Teil der Republikaner im Kongress, denen Untätigkeit vorgehalten wird.

Zu den Rednern des Aktionstages, der zu den größten Protestveranstaltungen der USA zählt, gehörte neben dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, Vizepräsident Mike Pence. Dieser bezeichnete Trump als den „größten Pro-Life-Präsidenten der US-Geschichte“. Mit Gottes Hilfe „werden wir die Heiligkeit des Lebens in den Mittelpunkt des amerikanischen Rechts stellen“, betonte Pence.

(kap - cs)

20 Januar 2018, 15:56