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Abbas bei der Christmette in Bethlehem Abbas bei der Christmette in Bethlehem  (AFP or licensors)

Bethlehem: „Das Heilige Land nicht besitzen“

„Wir sollten das Heilige Land nicht besitzen, sondern ihm dienen – zugunsten der ganzen Menschheit.“ Das sagte der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, bei der Christmette in Betlehem.

In der Katharinenkirche unmittelbar neben der Geburtskirche Jesu, unter der seine Geburtsgrotte verehrt wird, forderte der Franziskaner-Erzbischof von der internationalen Politik mehr Mut und Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Heiligen Land. Sie sollten „das Abenteuer von Frieden und Geschwisterlichkeit“ wagen.

An der Messfeier nahm auch der palästinensische Präsident Mahmud Abbas teil. Er nutzte die Gelegenheit zu bitteren Worten gegen die US-Regierung von Donald Trump. Palästina werde künftig keinen Friedensplan mehr akzeptieren, der von den USA komme, sagte er vor Beginn der Christmette. Mit seiner Entscheidung, Jerusalem einseitig als Hauptstadt Israels anzuerkennen, habe Trump mutwillig eine mehr als 2.000 Jahre alte Verbindung zwischen Jerusalem und Betlehem durchschnitten. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu kommentierte unmittelbar darauf von Jerusalem aus, Abbas habe nunmehr den Friedensprozess aufgekündigt.

In seiner Predigt bezog sich Erzbischof Pizzaballa auch auf Papst Franziskus, der Jerusalem wiederholt als „Stadt des Friedens“ gekennzeichnet hat. „Das ist sie aber nicht, wenn eine Seite davon ausgeschlossen wird.“ Die Christen im Heiligen Land rief Pizzaballa zu mehr Mut und Durchhaltevermögen auf. Sie sollten sich von den Schwierigkeiten des Alltags nicht einschüchtern lassen.

(vatican news)

25 Dezember 2017, 12:42