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Das Heilige Grab in Jerusalem Das Heilige Grab in Jerusalem  (AFP or licensors)

Nahost: Israelis und Palästinenser zusammenbringen

Solange die Menschen in Israel und Palästina einander nicht besser kennenlernen, wird es wohl keinen Frieden im Heiligen Land geben.

Das hat P. Nikodemus Schnabel, Prior-Administrator der Dormitio-Abtei in Jerusalem betont. Israelis und Palästinenser würden einander - durch materielle und immaterielle Mauern getrennt - nicht mehr kennen. „Der andere wird dehumanisiert und nur mehr als Monster gesehen“, so Schnabel im Interview mit „Kathpress“ am Rande der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften in Wien-Lainz. Schnabel ist auch Auslandsseelsorger für die deutschsprachigen Katholiken in Israel und Palästina und war am österreichischen Ordenstag im Kardinal König-Haus einer der Hauptreferenten.

Der Benediktiner nannte drei klassische Irrwege, um auf die aktuelle Krise zu reagieren: Aggressivität, Depressivität und Zynismus. Letzteres sei die Hauptkrankheit im Heiligen Land. Man nehme alles nur mehr zynisch hin. Die Leidtragenden auf beiden Seiten seien freilich nicht die politischen Nomenklaturen auf beiden Seiten sondern die einfachen Menschen. Er versuche, so Schnabel, Israelis wie Palästinenser zu besuchen und den Menschen voneinander zu erzählen.

Wie Schnabel sagte, herrsche derzeit in der Region auch große Spannung, wie die nächsten Schritte von US-Präsident Donald Trump aussehen werden. Immerhin habe dieser für den Dezember eine große Nahost-Initiative angekündet; freilich ohne jedwede Details. Gelassenheit sei deshalb angebracht, so Schnabel. Allerdings wäre jede ernste Friedensinitiative höchst zu begrüßen.

(kap mg)

29 November 2017, 14:06